#hfds – oder wie aus einem Tweet eine reale Hilfsaktion wurde

hfds

Am Anfang stand ein Hilferuf von @Seelenhund. Ihr ging es nicht gut zu Hause. Ihr alkoholkranker Vater wurde handgreiflich und sie musste raus. Eine Wohnung hatte sie organisiert. Den Umzug an sich auch. Doch erst mussten ihre Möbel und Habseligkeiten aus der Wohnung geholt werden. Aus Angst vor ihrem Vater wollte sie das nicht alleine tun und bat mit einem Tweet und einem Beitrag auf Ihrem Blog um Hilfe. Auf Twitter formierte sich bald unter dem Hashtag #hfds Unterstützung.

Wie daraus eine Hilfsaktion im realen Leben wurde, könnt Ihr hier auf Storify nachlesen.

Im RL dabei waren:

@Seelenhund
@DerUnverstand
@Dysseus
@SandraStrazzi
@TheSwiss
@iMatrix6
@Swissphoenix_li
@klaeui
@Pfaeffermunz
@masima65
@tom_the_twin
@stoepsomat

Ich wünsche Nicole alles Gute für einen Start in eine neue Zukunft! Für mich war es eine wunderschöne Erfahrung und es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist, wenn man Hilfe braucht! Twitterer können mehr als nur Zwitschern, Sterne verteilen und Retweeten. Sie sind da, wenn man sie braucht!

This is real twitterlove <3

Vom verborgenen Glück

Es gibt diese Tage an denen Du Deine Kumpels bittest, Dich mal zu fragen wie es Dir geht. Nur damit Du antworten kannst: “frag nicht!”.

Tage, an denen Du von Aussen betrachtet ganz normal aussiehst – wie immer. Aber innerlich ist irgendwie alles am Drehen. Du stellst Dir vor, dein Bein auszustrecken, um die Rotation abzubremsen, doch es hilft nicht. Im Gegenteil! Du ertappst Dich dabei, in Gedanken Dein Bein auszustrecken und fragst Dich, was Du hier eigentlich tust.

Diese Tage, an denen Deine Gedanken Dich an Orte und in Sphären führen, die weit weg von Deiner Realität zu sein scheinen, nur um Dich gleich wieder zurück ins Hier und Jetzt zu reissen. Sie sind Leiden und Glück zugleich.

An diesen Tagen küsst Du die Sehnsucht wach und das Herz leidet lächelnd an süsser Melancholie. Schwer und leicht zur gleichen Zeit. Die Flügel ausgebreitet zum Start und doch am Boden angekettet.

Du holst Dir am Morgen noch einen Kaffee, loggst Dich in Deine Programme, checkst Deine Pendenzen und langsam tritt das seltsame, an Deinem Herz zerrende Gefühl einen Schritt zurück, um gewohnter Geschäftigkeit Platz zu machen. Doch ein kleines Bisschen bleibt zurück von diesem eigenartig warmen und doch gleichzeitig etwas bedrückenden Gefühl, als ob jemand seine Hand auf Dein Herz gelegt hätte.

Das ewig harmonische Glück scheint eine Illusion zu sein. Sie macht uns träge und lässt uns stehen bleiben. Sie vertreibt die Träume und dieses innere Gefühl, Orte erreichen zu wollen, an denen man gerade nicht ist.

Vielleicht ist Glück gar nicht dieses harmonische, alles einlullende Gefühl von Sicherheit und Gewohnheit?

Dieses in Harmonie ertrunken sein betrügt uns und macht uns vor, wir seien angekommen. Aber sind wir je im Leben wirklich schon am Ziel? Sind all diese Glücksmomente nicht einfach Umsteigebahnhöfe, an denen wir auf den nächsten Zug warten, der dann meist unpünktlich anrauscht, uns einsaugt um uns an einem neuen unerwarterteten Ort wieder auszuspucken?

Vielleicht ist dieses schwere, sehnsuchtsvolle Gefühl im Herz das wirkliche Glück. Es treibt uns vorwärts, lässt uns über Veränderung nachdenken und öffnet unseren Geist für neue Ideen. Diese sirupartige Gefühl, dass so fest am Herzen zieht, es schwer macht und man meint, nur noch ein grosses, dunkles Loch anstelle des Herzens zu haben. Es trägt Namen wie Kummer, Sorgen, Not, Liebeskummer. Manchmal verbündet es sich mit Angst und feiert ein Fest der Panik und der Zerstörung. Von dem Haus, das einst unser Leben war, liegt dann nur noch ein Haufen Steine vor uns. Alles am Ende? Oder ist es nicht eher immer wieder ein Anfang?

Die Natur erschafft sich jedes Jahr aufs Neue. Unsere Zellen entstehen, leben Ihren Zyklus und sterben dann wieder ab. Das ganze Leben besteht aus Millionen von Geburten und ebensovielen Sterbevorgängen. Selbst die Berge, Kontinente, ja sogar die Planeten, Sternensysteme und Galaxien erschaffen sich dauernd neu und verändern sich.

Nur wir Menschen suchen unser Glück im Stillstand und vermeintlicher Sicherheit.

Heute wünsche ich mir und Euch das pure Gegenteil! Lasst uns Vertrauen in die Veränderung haben. Lasst uns die Fesseln der Harmonie sprengen. Gönnen wir uns die Zerschlagung der gesellschaftlich vorgeschriebenen Lebensform-Schubladen. Seien wir einfach uns selbst. Jetzt – genau in diesem Moment. Hier – genau da wo wir uns gerade befinden. In dem Bewusstsein, dass wir nur gerade in diesem einen Moment, an dem wir diesen Gedanken fassen, so sein werden, wie wir es gerade sind. Denn schon eine Sekunde später hat unser Körper sich verändert, starben tausend Zellen und neue wurden geboren.

Lasst uns also den Moment feiern! Kein Hadern mit der Vergangenheit, keine Angst vor der Zukunft. Einfach (unterwegs) sein. Schritt für Schritt in Richtung uns selbst!

Freundschaft ist auch mehr so Liebe


Bildlegende: Band “Cover on the Roxx” in der ich einige Jahre als Sänger dabei war

Was ist eigentlich eine Freundschaft? Diese Frage ging mir heute durch den Kopf. Ich könnte jetzt einen Wikipediaartikel verlinken oder bekannte Zitate von mehr oder weniger berühmten Autoren anführen. Aber Nein, es geht mir um meine ganz persönliche Ansicht was Freundschaft für mich bedeutet.

Im innersten Kern ist Freundschaft für mich Liebe. Ich könnte jetzt noch Ergänzungen und Ausnahmen anfügen, aber genau das möchte ich eben nicht tun. Als Freunde bezeichne ich Menschen, die ich sehr gerne habe. Aus vielen Gesprächen weiss ich, dass viele meiner Bekannten ganz bestimmte Erwartungen an Freunde stellen und Freundschaft nach bestimmten Kriterien definieren. Sie erwarten dass ihre Freunde immer für sie da sind und sich regelmässig melden.  Ich kann das nicht. Also ich meine, ich habe diese Erwartungen nicht und ich möchte nicht solchen Ansprüchen genügen müssen. Viele meiner Freunde leben weit entfernt und mit einigen von diesen geliebten Menschen habe ich schon länger keinen Kontakt gehabt. Trotzdem haben sie einen festen Platz in meinem Herzen.

Ich erwarte nicht, dass Freunde immer für mich da sind, mich trösten, mich bespassen, sich um mich kümmern oder sich regelmässig melden. Ich brauche kein Care-Paket, ich möchte Gefühle teilen. Ich will sie nur einfach gern haben ohne dauernd mit dem inneren Taschenrechner nachkalkulieren zu müssen, ob denn auch genügend zurück kommt oder ich genügend gebe. Genau so ist das auch mit der Liebe in Beziehungen. Klar, im Idealfall halten sich die geschenkte und erhaltene Liebe in etwa die Waage. Aber kann man das wirklich messen? Ist es nicht so, dass die Erwartungshaltung ganz generell der grösste Feind der Liebe ist? Werden wir aber mit unserer Erwartungen unseren Freunden, Partnern und geliebten Menschen überhaupt gerecht? So nach dem Motto “Ich liebe Dich, wenn Du meinen Erwartungen entsprichst”. Für mich hat das nichts mit Liebe zu tun!

Immer wenn ich Zuwendung von geliebten Menschen erhalte und diese nicht erwartet hatte, erfüllt es mich mit Glück und angenehmer Gänsehaut. Es ist wie mit Überraschungsgeschenken. Ahne ich bereits, was auf mich zukommt und trifft dies ein, wurde  eine Erwartung erfüllt. Das erfüllt vielleicht mit einer gewissen Befriedigung. Gelingt aber die Überraschung, ist es ein unglaublich gutes Glücksgefühl.

Für mich sind Freunde keine Statisten mit der Lizenz zum Glücklich machen. Für mich sind Sie ganz einfach Menschen die ich liebe. Genau so, wie ich es auch in meiner Beziehung halte. Ich bin selbst für mein Glück verantwortlich, nicht mein Partner und nicht meine Freunde. Aber ich kann es mit ihnen teilen!

The Big Blue

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Seit ich denken kann, übt das Meer eine grosse Anziehung auf mich aus. Ich habe keine Ahnung wer oder was diese Faszination bei mir ausgelöst hat. Als Kind konnte ich nicht genug von diesen Filmen von Jacques Cousteau bekommen.

Nur der Blick in die Sterne vermochte mich gleichsam zu fesseln. Doch wenn ich damals meinen Geist auf die Reise zu weit entfernten Galaxien schickte, beschlich mich irgendwann diese unbeschreibliche Angst. Auf die Fage, was ausserhalb des Weltalls sein würde, folgte unweigerlich die Frage nach dem Raum ausserhalb des Nichts, dass den Weltraum umschliessen müsse. Ich stellte mir das All als Sphäre innerhalb vieler andere Sphären vor. Ähnlich wie diese Puppen aus Russland. Öffnete man die erste Babuschka, folgten die Nächsten, bis man bei der Kleinsten angekommen war. Diese entsprach dann in meiner Assoziation dem uns bekannten Raum.

Nicht abschätzen zu können, wieviele dieser kosmischen Babuschkas es geben könnte und worin die äusserste dieser Hüllen existierte, löste regelmässig innere Panik aus bei mir.

Ganz anders die schier endlose Weite des Ozeans. Sie war immer noch gross genug, um als Unendlichkeit durchzugehen, aber sie war begreifbar.

Der Wunsch das Nichts zu begreifen, dass in Wirklichkeit das Alles ist, schwingt auch in der Sehnsucht nach dem Meer mit. Sich und sein Leben neben diese Unendlichkeiten zu stellen, schärft den Blick für das wirklich Wichtige im Leben. Was sind schon ein paar kleine Probleme im Vergleich mit dem ewigen Lied der Wellen, das schon im gleichen Takt und mit den selben Akkorden gesungen wurde, als noch kein humanoides Wesen diesen blauen Planeten bevölkerte? Aber ich kann am Ufer des Ozeans sitzen und dieses Gefühl mit Menschen teilen, die ich liebe, allen voran mit Tom.

Wir sitzen am Strand, begleiten die Sonne auf ihrer Bahn, bis sie sich glutrot mit dem Horizont vereinigt. Wir schweigen, sehen einander an und spüren, dass wir eins sind. Verbunden miteinander, mit der Welt, geboren aus dem ewigen Ozean, bestehend aus dem Staub, der seinen Weg von den kosmischen Babuschkas bis zu uns auf unsere blaue Kugel gefunden hat.

Nein, heute habe ich keine Angst mehr, meine Gedanken in den nächtlichen Himmel schweifen zu lassen.

Heute weiss ich, dass ich der Himmel bin und die Sterne und das weite, blaue Meer.