Vom verborgenen Glück

Es gibt diese Tage an denen Du Deine Kumpels bittest, Dich mal zu fragen wie es Dir geht. Nur damit Du antworten kannst: “frag nicht!”.

Tage, an denen Du von Aussen betrachtet ganz normal aussiehst – wie immer. Aber innerlich ist irgendwie alles am Drehen. Du stellst Dir vor, dein Bein auszustrecken, um die Rotation abzubremsen, doch es hilft nicht. Im Gegenteil! Du ertappst Dich dabei, in Gedanken Dein Bein auszustrecken und fragst Dich, was Du hier eigentlich tust.

Diese Tage, an denen Deine Gedanken Dich an Orte und in Sphären führen, die weit weg von Deiner Realität zu sein scheinen, nur um Dich gleich wieder zurück ins Hier und Jetzt zu reissen. Sie sind Leiden und Glück zugleich.

An diesen Tagen küsst Du die Sehnsucht wach und das Herz leidet lächelnd an süsser Melancholie. Schwer und leicht zur gleichen Zeit. Die Flügel ausgebreitet zum Start und doch am Boden angekettet.

Du holst Dir am Morgen noch einen Kaffee, loggst Dich in Deine Programme, checkst Deine Pendenzen und langsam tritt das seltsame, an Deinem Herz zerrende Gefühl einen Schritt zurück, um gewohnter Geschäftigkeit Platz zu machen. Doch ein kleines Bisschen bleibt zurück von diesem eigenartig warmen und doch gleichzeitig etwas bedrückenden Gefühl, als ob jemand seine Hand auf Dein Herz gelegt hätte.

Das ewig harmonische Glück scheint eine Illusion zu sein. Sie macht uns träge und lässt uns stehen bleiben. Sie vertreibt die Träume und dieses innere Gefühl, Orte erreichen zu wollen, an denen man gerade nicht ist.

Vielleicht ist Glück gar nicht dieses harmonische, alles einlullende Gefühl von Sicherheit und Gewohnheit?

Dieses in Harmonie ertrunken sein betrügt uns und macht uns vor, wir seien angekommen. Aber sind wir je im Leben wirklich schon am Ziel? Sind all diese Glücksmomente nicht einfach Umsteigebahnhöfe, an denen wir auf den nächsten Zug warten, der dann meist unpünktlich anrauscht, uns einsaugt um uns an einem neuen unerwarterteten Ort wieder auszuspucken?

Vielleicht ist dieses schwere, sehnsuchtsvolle Gefühl im Herz das wirkliche Glück. Es treibt uns vorwärts, lässt uns über Veränderung nachdenken und öffnet unseren Geist für neue Ideen. Diese sirupartige Gefühl, dass so fest am Herzen zieht, es schwer macht und man meint, nur noch ein grosses, dunkles Loch anstelle des Herzens zu haben. Es trägt Namen wie Kummer, Sorgen, Not, Liebeskummer. Manchmal verbündet es sich mit Angst und feiert ein Fest der Panik und der Zerstörung. Von dem Haus, das einst unser Leben war, liegt dann nur noch ein Haufen Steine vor uns. Alles am Ende? Oder ist es nicht eher immer wieder ein Anfang?

Die Natur erschafft sich jedes Jahr aufs Neue. Unsere Zellen entstehen, leben Ihren Zyklus und sterben dann wieder ab. Das ganze Leben besteht aus Millionen von Geburten und ebensovielen Sterbevorgängen. Selbst die Berge, Kontinente, ja sogar die Planeten, Sternensysteme und Galaxien erschaffen sich dauernd neu und verändern sich.

Nur wir Menschen suchen unser Glück im Stillstand und vermeintlicher Sicherheit.

Heute wünsche ich mir und Euch das pure Gegenteil! Lasst uns Vertrauen in die Veränderung haben. Lasst uns die Fesseln der Harmonie sprengen. Gönnen wir uns die Zerschlagung der gesellschaftlich vorgeschriebenen Lebensform-Schubladen. Seien wir einfach uns selbst. Jetzt – genau in diesem Moment. Hier – genau da wo wir uns gerade befinden. In dem Bewusstsein, dass wir nur gerade in diesem einen Moment, an dem wir diesen Gedanken fassen, so sein werden, wie wir es gerade sind. Denn schon eine Sekunde später hat unser Körper sich verändert, starben tausend Zellen und neue wurden geboren.

Lasst uns also den Moment feiern! Kein Hadern mit der Vergangenheit, keine Angst vor der Zukunft. Einfach (unterwegs) sein. Schritt für Schritt in Richtung uns selbst!

Pinterest – Ein Must?

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Quelle: Screenshot von pinterest

Seit einiger Zeit häufen sich in meiner Twitter TL die Tweets mit Links zu Pinterest. Einer Seite mit einer virtuellen Pinwand, auf der sich Fundstücke aus dem Netz oder eigene Beiträge aus eigenen, anderen Seiten anpinnen lassen. Neugierig wie ich nun mal bin, habe ich mir das angesehen.

Der Erste Eindruck war verwirrend. Um es kurz zu machen: “To much information” für meinen Geschmack. 3 Klicks später befand ich mich auf einem Profil eines unbekannten Users, der Inhalt teilte, der mich nun gar nicht interessierte und nochmal 3 Klicks später war es mir schon zuviel. Die Gefahr sich beim surfen komplett ziellos durchs Internet zu navigieren, ist ja an und für sich schon gross genug. Aber bei Pinterest scheint mir das sogar grundsätzliches Konzept zu sein.

Meine anfängliche Neugierde löste sich schnell auf und die an mich selbst gerichtete Frage, ob ich nun auch noch ein Pinterest Profil benötige, hat sich schnell beantwortet. Und zwar mit einem klaren Nein! Ich bin schon mit der Pflege meiner anderen Profile und Seiten reichlich ausgelastet. Neben Twitter, Facebook, Google +Flickr, Tumblr, Foursquare, Instagram, YouTube, Xing, Soundcloud und anderen Profilen brauche ich nicht auch noch eine Pinnwand, auf der ich alles nochmal aufwärme. Dazu werde ich wenn, meinen Tumblr Account nutzen. Und wer meine gesammelten Werke sehen möchte, kann das auf about.me machen.

Mein Fazit zu Pinterest lautet: Kann man machen. Muss man aber nicht!

Und was meint Ihr so dazu?

Freundschaft ist auch mehr so Liebe


Bildlegende: Band “Cover on the Roxx” in der ich einige Jahre als Sänger dabei war

Was ist eigentlich eine Freundschaft? Diese Frage ging mir heute durch den Kopf. Ich könnte jetzt einen Wikipediaartikel verlinken oder bekannte Zitate von mehr oder weniger berühmten Autoren anführen. Aber Nein, es geht mir um meine ganz persönliche Ansicht was Freundschaft für mich bedeutet.

Im innersten Kern ist Freundschaft für mich Liebe. Ich könnte jetzt noch Ergänzungen und Ausnahmen anfügen, aber genau das möchte ich eben nicht tun. Als Freunde bezeichne ich Menschen, die ich sehr gerne habe. Aus vielen Gesprächen weiss ich, dass viele meiner Bekannten ganz bestimmte Erwartungen an Freunde stellen und Freundschaft nach bestimmten Kriterien definieren. Sie erwarten dass ihre Freunde immer für sie da sind und sich regelmässig melden.  Ich kann das nicht. Also ich meine, ich habe diese Erwartungen nicht und ich möchte nicht solchen Ansprüchen genügen müssen. Viele meiner Freunde leben weit entfernt und mit einigen von diesen geliebten Menschen habe ich schon länger keinen Kontakt gehabt. Trotzdem haben sie einen festen Platz in meinem Herzen.

Ich erwarte nicht, dass Freunde immer für mich da sind, mich trösten, mich bespassen, sich um mich kümmern oder sich regelmässig melden. Ich brauche kein Care-Paket, ich möchte Gefühle teilen. Ich will sie nur einfach gern haben ohne dauernd mit dem inneren Taschenrechner nachkalkulieren zu müssen, ob denn auch genügend zurück kommt oder ich genügend gebe. Genau so ist das auch mit der Liebe in Beziehungen. Klar, im Idealfall halten sich die geschenkte und erhaltene Liebe in etwa die Waage. Aber kann man das wirklich messen? Ist es nicht so, dass die Erwartungshaltung ganz generell der grösste Feind der Liebe ist? Werden wir aber mit unserer Erwartungen unseren Freunden, Partnern und geliebten Menschen überhaupt gerecht? So nach dem Motto “Ich liebe Dich, wenn Du meinen Erwartungen entsprichst”. Für mich hat das nichts mit Liebe zu tun!

Immer wenn ich Zuwendung von geliebten Menschen erhalte und diese nicht erwartet hatte, erfüllt es mich mit Glück und angenehmer Gänsehaut. Es ist wie mit Überraschungsgeschenken. Ahne ich bereits, was auf mich zukommt und trifft dies ein, wurde  eine Erwartung erfüllt. Das erfüllt vielleicht mit einer gewissen Befriedigung. Gelingt aber die Überraschung, ist es ein unglaublich gutes Glücksgefühl.

Für mich sind Freunde keine Statisten mit der Lizenz zum Glücklich machen. Für mich sind Sie ganz einfach Menschen die ich liebe. Genau so, wie ich es auch in meiner Beziehung halte. Ich bin selbst für mein Glück verantwortlich, nicht mein Partner und nicht meine Freunde. Aber ich kann es mit ihnen teilen!

And the #twinner is…


tataaaaaa! Der @Herr_Natischer gewinnt mit 86 von total 168 Stimmen!

Herzliche Gratulation!!!

Der @Herr_Natischer gewinnt ein gratis #twishirt Farbe/Grösse/Twittername nach Wunsch und wird sich sicher über ein paar Gratulations-Tweets freuen!

Ich danke allen Teilnehmenden für’s Mitmachen und allen die abgestimmt haben! Sicher gibt es bald wieder einen #twettbewerb hier! Ihr dürft also gespannt sein!

Der #twishirt #twettbewerb – Das Voting

6 #twishirt Besitzer wollen es wissen und möchten gerne noch ein zusätzliches gratis #twishirt gewinnen!

Wer soll die oder der Glückliche sein? Mach mit und stimm ab!

Das Voting dauert bis zum 31. Oktober 2011. Wer bei Abschluss am meisten Stimmen hat, gewinnt ein #twishirt. Grösse, Farbe und @twittername nach Wahl!

Viel Glück!

@Herr_Natischer[>] @mosermu[>] @FotofaceResele[>] @aendu[>] @Ischkur[>] @iamrobu[>]

Gewinne ein gratis #twishirt

Hast Du Dir Dein #twishirt eigentlich schon bestellt? Wenn ja, hast Du nun die Chance, noch ein zusätzliches gratis #twishirt nach Wahl zu gewinnen!

Das geht ganz einfach! Sende mir einfach Bild von Dir mit Deinem #twishirt an stoepsomat@gmail.com

Einsendeschluss ist der 21. Oktober 2011 und das Voting startet anschliessend hier im Blog und wird bis zum 31. Oktober dauern.

Der Einsender mit den meisten Stimmen gewinnt ein zusätzliches #twishirt seiner Wahl!

Ich wünsche Euch viel Glück!

[Update vom 03.10.2011] Hier sind schon die ersten Fotos von Teilnehmern der Wahl eingetroffen! Und wo bleibt Deins?

@Herr_Natischer

@mosermu


@FotofaceResele

 @aendu


@Ischkur

@iamrobu

 

Der Hafen der verlorenen Seelen

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Der Plan war es, am Montag früh aufzustehen, um spätestens um 9 Uhr losfahren zu können. “Frühstück von 8 – 11 Uhr” stand da auf der Tafel des Hotelrestaurants. Also standen wir pünktlich um acht auf der Matte. Aber das Buffet war noch leer. Nur eine Schale mit Tomaten und eine mit Käse standen schon da. Die “just 5 Minutes” des Kellners dauerten dann bis neun Uhr. Wir überbrückten mit Tee und – oh Graus – Nescafé. Um zehn fuhren wir los. Die Stunde holten wir locker wieder auf, hier fahren ja alle wie der Henker!

In Izmir machten wir Halt um einen Turk Kahvesi zu trinken. Das Stadtviertel war ärmlich und heruntergekommen und von Tourismus keine Spur. Der Kaffeehausbesitzer freute sich sehr über seine ausländischen Gäste, spendierte uns einen Çay und schüttelte uns zum Abschied die Hände.

Nach langer Fahrt erreichten wir Abends dann unser neues Domizil für die nächsten zwei Tage: Das Hotel Kervansaray in Assos. Ein 3-Stöckiger Steinbau direkt am Meer im antiken Hafen. Das Hotel strahlt einen ähnlichen Charme aus, wie eines dieser alten Grand Hotels der Schweiz, deren Renovationsbedarf ihren eigentümlichen Reiz ausmacht.

Doch etwas scheint hier seltsam. Vielleicht liegt es daran, dass wir immer weiter in den Norden kommen, oder vielleicht ist es die Tatsache, dass es hier keine Chefin gibt, deren Führung die Balance zwischen Disziplin und Herzlichkeit schafft.

Unser Kellner scheint ein Nachkomme von Frankensteins Familie und russischer Bauern zu sein. Sein gebückter Gang und die mürrisch- forsche Art kurbelten unsere Fantasie an. In Wirklichkeit müsse er wohl Boris heissen und war vielleicht mal Hausmeister in Jelzins Sommerresidenz. In Ungnade gefallen, sei er wohl hier gestrandet. Oder der junge herumstolzierende Grieche, wir nennen ihn Stavros, der mit ausgefallenem Silberschmuck und hochgehaltener Adlernase den Gästen begegnet. Alimentenzahlungen – wir waren uns da schnell einig – müssten wohl der Grund für sein Exil hier am Ende der orientalischen Welt sein.

Überhaupt fällt uns auf, das hier patriarchalischer Machismo der fast schon unerträglichen Art vorherrscht. Es gibt nur eine Kellnerin und was für ein Glück: Sie hat es! Dieses strahlende mediterane Lächeln!

Am Hafen der verlorenen Seelen gibt es denn auch Sonne, silbern glänzende Fischschwärme in glasklarem Wasser. Und leckere Meze! Und oben auf dem Berg den Tempel der Athene mit eindrücklichen Ruinen eines Theaters, eines Marktplatzes, Gymnasium, Nekropolen, römischem Bad und eine der ältesten Moscheen. Hier lehrte einst Aristoteles und predigte später Paulus auf seiner letzten Reise über die Insel Lesbos nach Rom.

Eine kleine Metropole im Kreuzfeuer zwischen Wissenschaft, Religionen und Kreuzzügen.

Erstaunlich wie sich ein Ort vom mondänen Zentrum zu einem kleinen Machoreservat verändern kann. Schön ist es hier trotzdem auf seine ganz eigene, morbid-altmodische Weise!

Und Morgen ziehen wir auch schon weiter nach Istanbul. Wir freuen uns riesig auf Arzu, das Honey Steak im Dai Pera, auf Erdem, den Hamam-Masseur und auf zuckersüsses Baklava.

Und mit Istanbul erreichen wir auch das Ende einer Reise, die uns unvergesslich bleiben wird.

Etwas Wehmut macht sich breit, jetzt wo der Endpunkt unseres Türkeitrips in Sichtweite kommt. Aber auch die Gewissheit, das unsere Seelen nicht irgendwo gestrandet sind, sondern immer auf der Reise sein werden.

Hinaus in die Welt und hinein zum Mittelpunkt unseres eigenen Seins!

“Insallah” würde Elif aus Kas jetzt wohl sagen und gottlos wie ich nun mal bin, wiederhole ich es mit einem liebevollen Augenzwinkern:

Insallah!