Winterwunderland

.flickr-photo { border: solid 2px #000000; }.flickr-yourcomment { }.flickr-frame { text-align: left; padding: 3px; }.flickr-caption { font-size: 0.8em; margin-top: 0px; }


IMG_4637, ursprünglich hochgeladen von Stoepsomat

Eigentlich habe ich mich im Herbst sehr auf den Winter gefreut. Bei uns bleibt der Schnee oft recht lange liegen und wir kriegen auch meist schön viel. Nicht so dieses Jahr. Heute Nacht hat es zum ersten mal richtig geschneit und noch immer liegt die weisse Pracht festlich auf den Pflanzen und Hausdächern.

Eigentlich ist es mir jetzt für Schnee wirklich zu spät! Und doch: Jetzt mit blauem Himmel und der Sonne, wirkt die Welt verzaubert, gezuckert, still und friedlich. Einfach schön!

In diesem Sinne – ich wünsche Euch allen heute einen schönen, verzauberten, gezuckerten, stillen und friedlichen Tag!

Sehnsucht

.flickr-photo { border: solid 2px #000000; }.flickr-yourcomment { }.flickr-frame { text-align: left; padding: 3px; }.flickr-caption { font-size: 0.8em; margin-top: 0px; }


IMG_4050, ursprünglich hochgeladen von Stoepsomat

Seltsam flach formten sich heute die aufsteigenden Rauchschwaden aus den Kaminen der Häuser, die ich von meinem Bürofenster aus sehen konnte. Die Luft war kalt und ein einlullendes Grau durchdrang den Himmel und meine Gedanken. Da war es wieder, dieses Gefühl ganz langsam und unverhofft aus der hektischen Realtiät herausgezoomt zu werden. Für einen kurzen Moment fesselten mich tanzende Schneeflocken, ein paar Vögel flatterten empört über den späten Schnee und flüchteten schimpfend unter einen schlafenden Flieder. Mein Ohr erfasste leise diese überall gleich klingende, sonore und doch freundliche Stimme, die am naheliegenden Bahnhof die ein- und abfahrenden Züge meldete und da passierte es!

Meine Augen schlossen sich und mein Geist verlangte nach einem kurzen Ausflug in die Vergangenheit. Sommer 2007 – Die kleine urtümliche Kanareninsel La Gomera. Die Sonne brannte, der Pool war angenehm temperiert und ich nackt, wie ich geboren wurde, mit dem Fotoapparat um das Haus pirschend auf der Suche nach ungewöhnlichen Motiven. Dieses Gefühl von purem sich-selbst-sein. Nichts dass einem weder körperlich noch geistig einengen könnte. Freiheit pur!

Wie ein kleiner Abenteurer auf einer Fotoexpedition, leise befürchtend doch noch einen überlebenden Dinosaurier ausfindig zu machen. Da! Der Gecko beim Rendez Vouz mit seiner Beute. Sekunden später war nur noch der Gecko da. Und noch eine Sekunde später kam auch ich wieder an. In der Realität des Alltags. Die Schneeflocken tanzten noch immer. „Stoeps! – STOEPS! – STÖÖ-HÖÖPS!!!“ Ich schaute in die Augen von Samuel, meinem Arbeitskollegen. Touch down! Noch etwas benommen landete ich vollends wieder im Hier und Jetzt.

Aber ich liebe sie! Diese kurzen sehnsüchtigen Tagträume die einem für einen kurzen Moment auf leisen Schwingen an einen Ort entführen der so fern ist und doch so nah!

In diesem Sinne – Bewahren wir uns die kurzen, kleinen Augenblicke in denen uns ein Bild, ein Geräusch oder ein Geruch unverhofft in eine andere Welt versetzen und süsse Qualen der Sehnsucht uns umarmen!

Reflektionen


IMG_4340, ursprünglich hochgeladen von Stoepsomat

Sie ist eine wunderbare Frau. Ihre Haare sind kurz geschnitten, weiss und meist etwas wuschelig zersaust. Sie wohnt in einem Haus mit einem schönen, etwas wilden Garten. Und sie ist so um die 80 Jahre alt. Sie kennt die Geheimnisse der Sterne, Tarotkarten, Numerologie und sie liest aus der Hand. Nein, nein – sie ist überhaupt keine moderne Esotherikhusche sondern eine weise, alte Kräuterfrau.

Als ich einmal bei Ihr sass und mich heftigst über ein paar Mitmenschen und deren Verhalten aufgeregt hatte, schaute sie mich mit wissenden Augen an. Ich erwartete dann eine besänftigende Erklärung zu den Handlungsweisen der angesprochenen Personen.

Stattdessen kam eine lange Pause.

Ein leises, wissendes Lächeln schlich sich in Ihr Gesicht, Ihre Augen fingen an zu leuchten und Sie stellte mir nur eine Frage und gab mir einen Satz zum Nachdenken mit und liess mich dann damit gehen:

Wo findest Du genau das, was Du bei diesen anderen Menschen so störend findest, bei Dir selber?

Das ist mir richtig eingefahren. Mit roten Ohren dachte ich über das Gesagte nach.

Wir Menschen sind wie Resonanzkörper. Und Jede(r) ist ganz speziell und individuell gestimmt. Erhalten wir von aussen Impulse, die bei uns Resonanz finden, kommen wir in Schwingung – wir reagieren darauf.

Seither sind für mich die unangenehmen Zeitgenossen auch die spannendsten! Und es fällt mir nicht mehr so leicht, Andere für Ihr Handeln zu verurteilen.

In diesem Sinne: Be- und Verurteilen ist schön einfach. Offen hinterfragen ist oft schmerzhaft – aber nur das ermöglicht Entwicklung und Wachstum!

Zweierkisten


IMG_4594, ursprünglich hochgeladen von Stoepsomat

Aha, nun ist es wieder da! Das Thema Hochzeit. Auf SF diskutiert man im Zyschtigsclub über Sinn und Unsinn des Heiratens und Chliietierchnübler fragt nach dem Preis für eine tolle Hochzeit.

Aber braucht es denn die Hochzeit überhaupt? Macht sie heute noch Sinn? Was daran macht Sinn?

Sich ewige Treue schwören und wohl doch nicht halten können, sich vorlügen dass man sich immer jeden tag genau gleich fest liebt wie am ersten Tag? Meinen da oben im roten Shirt, denn wünsch ich auch ab und zu ins Pfefferland! Und er mich erst! =) Aber, wenn einer da hin ginge, der andere folgte ihm wohl ziemlich bald =)

Nicht die Symbiose und ewige Harmonie ist das was uns bindet, sondern die Chance die wir uns gegenseitig geben, sich selbst als eigenständige Persönlichkeit entwickeln zu dürfen. Keine Du-und-ich-dürfen-das-niemals-Regeln. Sondern offene Kommunikation, Vertrauen, Feedback, Wertschätzung, Verständnis für die unperfektheit eines Jeden. Freude an der eigenen Entwicklung und an der des Partners. Sich selber sein dürfen, aber sich einem Menschen ganz besonders tief zugehörig fühlen, angenommen sein. Das ist, was uns seit über 11 Jahren zu einem Paar macht.

Und jetzt macht man daraus einen Vertrag???

So unverständlich das für mich klingt, so grundlegend richtig ist dieser Gedanke für andere Menschen. Deshalb muss jeder selbst für sich entscheiden und sich seine Form der Zweier- oder Wasweissichkiste suchen.

In diesem Sinne – Die klassischen Aufopferungskisten sind tot! Es leben die lebendigen Wasweissichkisten!