Vom schwulen Pornostar zum Sänger

Einige Hollywoodgrössen wurden ja schon durch ihre tripple-x Vergangenheit eingeholt. Und immer war es ein mittlere Katastrophe. Auch der russische Eurosong-Barde Dima Bilan kann da ein Liedchen singen!

Es geht aber auch ganz anders! Mit Stolz und Selbstbewusstsein macht Colton Ford überhaupt keinen Hehl aus seiner Vergangenheit. Das dies seinem Erfolg als Sänger nicht gerade dienlich ist, ist mal wieder typisch doppelmoralische Gesellschaft. Trotzdem finde ich: Chapeaux, Colt!

Netter Groove, soulige Stimme und arghhhhhh was für ein Kerl! =)

In diesem Sinne – Jedem Tierchen sein Plaisierchen!

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Freud‘ und Leid – so nahe beieinander!


Bild auf Flickr geklaut von anotherasterix

Am Freitag feiert er seine Abschiedsparty. Danach bricht er seine Zelte in Zürich ab und wandert aus nach Kanada. Genauer nach Vancouver.

Zeit um in schönen Erinnerungen zu schwelgen – die Tränen kommen später!

Wie lange kennen wir uns eigentlich schon? Mein bester schwuler Kumpel und ich?

Es ist mindestens 13 Jahre her, als wir uns das erste mal begegneten. Damals war ich noch Sänger in einer Metalband und headbangte meine Mähne im Scheinwerferlicht zu trashig verzerrten Klampfenseufzern und stampfigen 4/4 Beats. In der schwulen Szene galt ich als Freak und kaum ein Kerl der mir gefiel, würdigte mich eines Blickes. Doch es sollte auch mal anders kommen…

Eines schönen Sonntags vergnügte ich mich in einer Sauna in Bern. Schwulensaunas sind so ähnlich wie Swingerclubs, nur dass da jeder alleine hingeht und … ja eben, Ihr wisst schon. Dieser Sonntag hatte es in sich! Ich konnte mich vor Kerlen kaum retten. Nach mindestens 4 Nahkämpfen und orgastischen Höhenflügen, entspannte ich mich im Videoraum bei einem ultratrashigen xxx-movie aus den frühen Siebzigern, die ich noch heute total kultig finde. Und eigentlich war ich platt. Total ausgeschossen =)

Der Raum war dunkel und leer bis auf diesen einen Kerl! Er hatte kurze, braune Haare, einen bärigen Seehundeschnauzer und schaute mich mit diesem verschlagen-verschmitzten Lausbubenlächeln an. „Oh nein“ dachte ich erst, „ich kann nicht mehr!“ und doch wusste ich irgendwie, dass ich diesen Mann unbedingt ansprechen muss, denn immer wenn sich unsere Blicke trafen, brannte die Luft und dass das Fernsehbild nicht gestört wurde von diesen knisternden Energien war ein Wunder. Doch dann stand er auf, verschwand im Labyrinth aus Gängen um bald von einer dieser sogenannten UNRuhekabinen verschluckt zu werden. Mein Herz klopfte bis zum Hals. Sollte ich mich in die Höhle des Löwen wagen? Auf die Gefahr hin, dass mich meine Standhaftigkeit nach diesem Beischlafmarathon im Stich lassen würde? „Scheiss drauf“ dachte ich! Ich nahm all meinen Mut zusammen und tauchte in das Halbdunkel dieser kleinen Sperrholzkabine mit der frisch bezogenen Matratze. Unsere Gesichter verharrten sekundenlang regungslos voreinander und während wir uns gegenseitig mit unseren Augen scannten, wie wenn Spock mit seinem Tricorder eine fremde Umgebung abtasten würde, vermischten sich gleichzeitig unsere Düfte und verbanden sich zu wild feiernden Molekül-Orgien, die durch unsere Nasen tanzend unsere Gehirne infizierten.

Die Nacht von Sonntag auf Montag verbrachten wir schlaflos bei Ihm in Bern und nie im Leben werde ich vergessen, wie ich vor ihm kniete um ihn mit meinen Zähnen langsam von seinem weissen Feinripp zu befreien, während Faithless aus den Boxen dröhnte und Maxi Jazz rappte „…tearing of tights with my teeth…“ Unvergessen bleibt mir wie sich das THC mit den tobenden Hormonen und der vibrierenden Stimmung zu Raketentreibstoff verband, der uns gemeinsam in die Stratosphäre schoss. Die Nacht dauerte lange und Nomen est Omen, Insomnia war Programm!

In dieser Sonntagnacht entstand ein Band, dass für mich einzigartig war und immer bleiben wird. Nicht wie die Liebe zwischen zwei Liebhabern – sondern tiefste, innigste Freundschaft die aber unglaublich frei ohne Zwänge, Erwartungen und Druck ist. Es können Monate vergehen, ohne das wir uns sehen oder sprechen. Aber tief in meinem Herzen war und ist er immer da. Mein bester Freund.

Nun wandert er aus! Ich freue mich für Ihn! Die Arbeit in der IT Branche hatte ihm den Rücken gebrochen, ihn aufgebraucht und anschliessend lieblos ausgespuckt. Seit seinem Bandscheibenvorfall war nichts mehr so wie vorher. Das Leben wurde einerseits schwieriger für Ihn, aber auch ehrlicher und intensiver. Ich habe ihn immer bewundert! Diesen Seiltänzer zwischen der urbanen, digitalen Welt in der Stadt und der einfachen rauhen Natur, wenn er wieder einmal mit Zelt und Hund tagelang zwischen Berner Oberland und Wallis unterwegs war oder mit seiner Husky- oder seiner Triumph halb Europa durchbikte. Er war für mich der Prototyp des Mannes wie er sein sollte! Mit rauher Schale und weichem Kern. Ganz ohne Macho-Allüren oder aufgesetztem Gehabe. Einfach ein ganz einfacher, eigenständiger und selbstbewusster Kerl.

Nun, da es nicht mehr lange geht, bis er seine Zelte hier abbricht und geht, packt mich die Wehmut. Ich werde loslassen müssen und mich verabschieden. Und das schmerzt! Denn ich habe diesen Kerl wirklich gern! Etwas wird mich aber auch trösten. Egal wo er sich befindet – Die Erinnerungen, die Gefühle und die Freundschaft – Sie werden bleiben. Für immer! Und das Wichtigste: Er geht seinen eigenen Weg, der ihn hoffentlich glücklich macht! Könnte man sich etwas schöneres wünschen für einen geliebten Menschen?

Und zum Glück habe ich noch einen anderen Freund im Leben gefunden. Einer, mit dem ich noch viel mehr teilen kann. Einer, der mein ganzes Herz gewonnen hat und dem ich es freiwillig geschenkt habe! Ein Mann, der mich das Leben mit anderen Augen sehen lässt, der mich zum Milliardär der Gefühle macht, mich den Wind im Gesicht spüren lässt und den ich am liebsten mit selbstgemachter Coctailsauce und mit Haut und Haaren verspeisen würde. Der Kerl, der mich vor ein paar Wochen fragte, ob wir nicht unsere Partnerschaft, nach mehr als 11 Jahren Beziehung, eintragen lassen wollen – und ich es nicht glauben konnte, weil er bis vor kurzem grün anlief und einen akuten Masernanfall bekam, wenn jemand fragte: „Und? Seit Ihr schon verheiratet?“

Auch die erste Begegnung mit Tom war ein unglaubliches Abenteuer! Aber diese Geschichte erzähle ich Euch ein andermal =)

In diesem Sinne – Das Leben ist wie ein Bahnhof: Viele sind auf der Durchreise, Anderen gehen für immer und zum Glück gibt es auch den Einen, der bleibt! Tom – ich liebe Dich wie ich nie jemanden geliebt habe und JA, ich nehme Dein Angebot an und will unsere Partnerschaft eintragen lassen! =)))))) Hoffentlich liest Du das hier auch! *ggg*

Sex sells!

Vor ein paar Tagen hat sich bei uns eine Bewerberin auf einen Job vorgestellt. Hübsch war sie, blond und mit mucho Holz vor der Hütte.

Ihr hättet sehen sollen, was da bei uns abging!

Der Mitarbeiter vom Einkauf, den ich sonst als recht vernünftig und schlau einstufte, stand gleich bei mir am Pult und drehte fast durch! „Hast Du diese Möpse gesehen?“. Hab ich natürlich nicht, weil ich der Dame in die Augen geblickt habe und sie sehr symphatisch fand. Sie hatte ein offenes Gesicht, sehr schöne hellblaue Augen und wirkte etwas scheu!

Warum nur, dachte ich so bei mir, sehen die Kerle in schönen Frauen immer nur zwei Möpse, drei Körperöffnungen, einen Arsch und zwei Beine??? Ja klar, ab und zu läuft mir auch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich einen Kerl mit Brustfell, kurzen Haaren und Gesichtspelz sehe. Aber mein Verstand fällt dann nicht komplett aus und ich brabble nicht gleich neandertalermässig dummes Zeug daher. Etwas Contance sollte man sich gerade beim Flirten bewahren!

Naja, wenigstens muss ich keinen Militärdienst mehr machen. Dort mit ansehen zu müssen wie die vermeintlich liebsten Familienväter zu dummgeilsten Tabledance-Konsumenten mutierten und eine Primitivität an den Tag legten, dass einem die Zähne schmerzten, war echt beschämend für mich.

Oft höre ich ja, „ihr Schwulen seid eine Schande für die Männlichkeit und keine richtigen Kerle“ – aber ehrlich gesagt, ich sehe das eher umgekehrt! Die „Votzenköppe“ *bei Glam gehört!* von Heteros die beim Anblick von Silikonmöpsen auf magersüchtigen Stelzen gleich ein paar Evolutionsstufen zurückfallen, sind die wahre Schande für die Männlichkeit! Da lobe ich mir doch die paar löblichen Ausnahmen an Heteros die ich kenne und die mir zeigen: Auch Kerle die auf Frauen stehen, können echte Männer sein! =)

In diesem Sinne – Wenn der Pinsel steht, sollte der Verstand trotzdem nicht ganz ausgeschaltet werden! Denn wer macht schon gerne mit primitiv brabbelnder Biomasse rum!?

Herr K. und das Leid – eine wahre Geschichte

Ich nenne ihn hier einfach mal Herrn K.. Natürlich heisst er nicht wirklich so, aber es gibt ihn wirklich. Also dieser Herr K. war depressiv. Wohl schon seit seiner Jugend. Aber Herr K. wusste das gar nicht und er brauchte auch sehr lange, bis er es selbst realisierte. Und um dies zu merken hatte sich Mutter Natur, oder wer auch immer, eine fiese Zugabe ausgedacht. Schlagartig verwandelte sich die einfache Depression und Herr K. wurde manisch-depressiv mit sporadisch auftretenden psychotischen Schüben.

An einem schönen Sonntag Nachmittag sagte Herr K. plötzlich zu mir: „Das Gespräch gestern Abend hat mir sehr gut getan. Nun ist mir plötzlich alles klar! Alles!“. Wie „Alles“ dachte ich und fragte neugierig nach: „Alles? Ja wie Alles? Eben Alles?“

Er nickte bedächtig und als meine Augen seinen Blick einfingen, wurde mir schlagartig klar, da sitzt nicht mehr die gleiche Person vor mir. Der Blick war star, fixierte einen weit entfernten, imaginären Punkt. „Alles!“ sagte er noch einmal bekräftigend und ich bekam es plötzlich mit der Angst zu tun. Was passierte hier? Das Herz klopfte mir bis zum Hals und ein schlimmer Gedanke jagte die nächste noch viel schlimmere Vision.

Ich sah Herrn K. schon in die Küche rennen und mit einem grossen Messer zurück kehren.

„Ich weiss jetzt wirklich Alles…“ fing er wieder an. Ich sass wie gebannt auf dem Sofa und liess seine Augen keinen Moment ausser Acht. „…wie das Leben funktioniert, wie uns die übermächtigen Schweinehunde von Wirtschaftsbossen und korrupte Politiker manipulieren, missbrauchen und uns zur Konsumprostitution zwingen. Wie die Männer seit Jahrhunderten die Frauen mit Psychoterror und körperlicher Gewalt unterjochten, in der Angst die Frauen könnten eines Tage realisieren, dass sie das stärkere Geschlecht sind. Und wie die Männer die Homos unterdrückt haben aus Angst vor ihren eigenen Gefühlen.

Plötzlich stand Herr K. auf und fing an sich auzuziehen. Mir stockte der Atem!

Jedes Kleidungsstück landete mit einem verächtlichen „Konsumterror!“ in einer Ecke und bevor ich mich versah, stand Herr K. nackt auf dem Balkon.

Draussen war Sonntag Nachmittag. Schönes Wetter und die Nachbarschaft genoss das Leben im Freien. Bevor ich etwas unternehmen konnte, legte Herr K. auch schon los: „Ich habe sie alle durchschaut! Beugt euch nicht mehr dem Konsumterror! Ab morgen wird alles in den Läden umsonst sein. Heute Nacht werden alle Menschen die Wahrheit herausfinden und ab Morgen leben wir in einer neuen Welt!“

Ich versuchte Herrn K. wieder in die Wohnung zu kriegen. Aber dieser Kerl hatte eine unglaubliche Kraft entwickelt und nichts konnte ihn bewegen.

Nachdem der Hausarzt mir notfallmässig Valium besorgt hatte, konnte ich Herrn K. damit wieder etwas beruhigen. Am nächsten Tag schleppte ich ihn dann zur Therapeutin und weigerte mich standhaft Herrn K. stationär behandeln zu lassen.

Es wurde eine harte Zeit. Viele Dispute endeten in Weinkrämpfen, Zusammenbrüchen und Herr K. verbrachte viele Tage seines Lebens im Bett, aus Angst das Leben könnte ihn das Leben kosten.

Herr K. lebt heute wohl einigermassen gut mit seiner Krankheit.

Aber was ist mir aus dieser Zeit geblieben? Fragen! Viele verstörende und verwirrende Fragen!

War Herr K. wirklich verrückt? Hatte das was er sagte und wortreich proklamierte nicht irgendwie eben doch Sinn? Oder hat er nur die Brille, den Filter verloren, der ihm wie uns sogenannt „Gesunden“ das reibunslose Funktionieren in einer menschenfeindlichen Gesellschaft und Umgebung ermöglicht hat? Sind vielleicht wir es, die verrückt sind? Verrückt im Sinne des Worte gemeint: Ver-rückt.

Lange Jahe haben mich diese Fragen immer wieder gequält und heute ja, genau heute waren sie wieder da! In einer ruhigen Stunde, in der Badewanne bei Klassik Radio und Kerzenlicht.

In diesem Sinne: Man sollte sich immer bewusst sein, dass der Standpunkt die Perspektive bestimmt! Und Standpunkte gibt es genausoviele wie es Menschen gibt!