Das schwule Leben

Über die Pupertät und das Heranwachsen von Heteros gibts ja ganze Bibliotheken. Bei uns mit den Homo-Genen ist da die Auswahl bedeutend kleiner und wenn, dann ist das alles meist sehr trocken klinisch.

Ganz anders dagegen diese französische Stop-Aids Kampagne. Auch für Heteros sehenswert und richtig süss gemacht!

In dem Sinne – Trag Dir Sorge und geniess das Leben jeden Tag!

Fertig im Dunkeln gemunkelt?

Bild: Tom und Stoeps am CSD in Zürich

Und wieder geht ein Aufschrei durch einen Teil der helvetischen Bevölkerung. Diesmal wehren sich die schwulen Männer aus Zürich. Der Grund?

Laut einem Bericht von http://www.news.ch hat Ein richterlicher Entscheid nun klar gemacht, das Darkrooms in Gaststätten verboten sind.

Nun kann man über Darkrooms denken was man mag. Tatsache ist, dass sie in der schwulen Kultur einen starken Stellenwert besitzen und zum urbanen Selbstverständnis der Gays gehören. Das Verzwickte an der Sache ist, dass sich betroffene Betriebe und die Stadtverwaltung schon vor Monaten an einen Tisch gesetzt haben um vorbildlich offen zu diskutieren und Regeln zu vereinbaren, die den Betrieb von Darkrooms ermöglichen sollten. Nun fällt hier ein Richter (man muss nicht viel Fantasie haben um sich vorzustellen, in welches politische Lager der Herr gehören dürfte) einen Entscheid und fällt damit unvoreingenommen Diskutierenden in den Rücken und vereitelt die Bemühungen und Gespräche.

Schade dass eine offene und fortschrittliche Stadtregierung von richterlicher Seite offensichtlich nicht ernst genommen wird.

Einmal mehr kann ich mich nur darüber wundern, wie in unserer Demokratie Menschen Urteile fällen, obwohl sie offenbar nicht kompetent sind, ein angemessenes Urteil zu fällen. Manchmal ist ein Rechtsstaat eben eher ein rechter Staat und kümmert sich nicht um Bedürfnisse und Lebenswahrheiten von Minderheiten.

In diesem Sinne – Machen wir uns mal wieder bewusst, das jeder von uns in irgendeiner Weise einer Minderheit angehört! Deshalb verdienen wir auch alle Gehör und Respekt!

Die Crux mit dem Wort "Schwul"

Da sassen sie also an einem runden, kleinen Tisch im Café, dass in einem Kiosk untergebracht war. Zwei Jungs, ungefähr so zwischen 14 und 16 Jahre alt. Ihr Look: Abenteuerlich metrosexuell. T-Shirt mit Strassstein-Motiv, Cap mit Glitter- und Glimmer-Aufdruck, die Gürtelschnalle grösser als die supranasale Zone und Haare so gegeelt das ich befürchtete, die Glitzercaps seien nie mehr abnehmbar, es sei denn die Haare gingen gleich mit.

Zufälligerweise schnappte ich ein paar Gesprächsfetzen auf: „Die Deborah ist voll schwul!“. Der andere grinste verschwörerisch und meinte nur „mega!“. Ich zog meinen Geldbeutel aus der Tasche und bezahlte meine zwei Schachteln Zigaretten. „Der Huber hat gestern ne mega schwule Matheprüfung gemacht. Ohne Ankündigung!“ motzte nun der andere, worauf der erste auch wieder nur meinte „voll schwul!“. Ich grüsste den Kassierer und steckte meine Zigaretten in die Tasche und blätterte mich noch durch das Zeitschriftenangebot. Als ich wieder zum Ausgang zurück kam, sassen die beiden Jungs noch immer dort und gerade erhaschte ich die Aussage „Echt? Das ist nun aber krass schwul!“

Ich konnte mir ein Grinsen nicht verklemmen und baute mich vor den Beiden auf und sagte ganz cool: „Jungs, echt! Ich kenn mich mit schwul aus! Ich bin es nämlich selbst! Und ich kann euch sagen, das einzige was im Umkreis von 100 km ausser mir wirklich schwul ist, ist euer Style! Ihr seht ja noch viel schwuler aus als die Transe mit der ich gestern noch Champagner zum Frühstück getrunken habe!“ Damit liess ich sie dann stehen.

Ich gebe zu, ich wohne auf dem Land in der tiefen Provinz und natürlich gibts hier weit und breit keine Transe mit der man Champagner zum Frühstück trinken könnte, aber ich wollte die beiden einfach so richtig auflaufen lassen. Und ich glaub es gelang mir =) Beide sassen mit offenem Mund da, die Zigarette des Einen senkte sich langsam zwischen Zeige- und Mittelfinger in Richtung Öffnung seiner Red Bull Dose und entledigte sich sogleich ihrer Asche…plop – zischhhhh.

Ich ging raus, blinzelte in die Sonne und grinste fröhlich vor mich hin!

Tja, liebe Bloggies – was lernen wir daraus? Nichts! Aber vielleicht denken wir alle mal wieder darüber nach, wie wir eigentlich miteinander kommunizieren und horchen mal wieder ein bisschen genauer hin. Unsere Sprache verrät viel über uns selbst!

In diesem Sinne – Mit dem Herzen hört man besser!

facebook_icon