2009 Das Jahr der Entwicklung


2009

Die Unken rufen es aus den Sümpfen der gestrandeten Finanzhaie und deren Lakaien. 2009 wir das schwarze Jahr der Finanz- und Wirtschaftskrise. Alles Scheisse ausser Mutti. Wir werden Busse tun müssen für unser verantwortungsloses Handeln und unsere grenzenlose Gier. Haben, haben, haben! Und nun? Alles verloren? Vielleicht? Aber nicht doch!

In unserer Firma arbeitete vor Jahren ein aus Frankreich stammender Grafiker. Als eine neue Angestellte ihm einen Entwurf für ein Motiv zur Begutachtung vorlegte, meinte er „Allez ça marche!“. Die Grafikerin lies alles fallen und lief weinend aus dem Büro. Sie hatte nämlich verstanden „Alles am Arsch!“. Und genau so doppeldeutig sehe ich das Jahr 2009 auf mich zukommen.

Ja, tatsächlich müssen wir den Gürtel wohl etwas enger schnallen. Einige werden sogar ihren Job verlieren und anderen wird es materiell verdammt dreckig gehen. Wiederum anderen ging es schon seit Jahren mehr als dreckig. Aber vielleicht, und das meine ich jetzt nicht zynisch oder gutwillig herablassend, wird uns das auch gut tun. Sehen wir uns unsere Gesellschaft doch an. Hat uns der materielle Wohlstand als Menschen denn wirklich weiter gebracht? Mich hat er nur eitler, selbstverliebter, oberflächlicher und genusssüchtiger gemacht. Aber er hat mich auch von mir selbst entfernt. Und eigentlich, will ich doch vor allem eines im Leben: Zu mir selber finden. Mich selbst sein!

Selbstfindung und materieller Wohlstand schliessen sich nicht gegenseitig aus. Aber es macht es viel schwieriger sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, wenn so viele Möglichkeiten zur Ablenkung zur Verfügung stehen. Mit vollem Magen denkt es sich schlecht.

Viele sprechen davon, dass wir uns in einer Krise befinden. Krisen beinhalten aber auch immer Chancen. Sie sind ein Wendepunkt. Sie sind Momente im Leben, wo man nicht mehr einfach unreflektiert auf einem jahrelang ausgetretenen Pfad weiter trampeln sollte, sondern innehält, sich umschaut und seine Ziele überprüft und gegebenenfalls anpasst. Eine Krise ist also auch eine Art Wegkreuzung, sie fordert uns heraus, uns neu zu entscheiden und zu definieren. Und das halte ich für eine grossartige Herausforderung!

Ich persönlich habe für mich entschieden, dass Jahr 2009 zu meinem persönlichen Jahr der Entwicklung und des Erfolges zu machen. Ich habe in letzter Vergangenheit einige heftige Krisen überstanden, Einiges grundlegend bei mir geändert, mich für neue Ziele und Wege entschieden. Und im 2009 werde ich diese neuen Wege mit grossen und manchmal auch nur kleinen Schritten weitergehen. Es soll für mich ein Jahr der Veränderung werden.

Deshalb werdet Ihr ab 2009 auch neuen Inhalt in meinem Blog finden. Schon seit langem reizt es mich, Geschichten zu schreiben. Ein Buch wäre das Ziel. Aber der Weg dorthin wird lange sein. Schon nur den Anfang zu finden, fällt mir schwer. So werde ich meinen Blog nutzen um  mich im Schreiben von Geschichten zu „üben“.  Manchmal werden es nur in Worte gefasste Bilder sein. Vielleicht auch ganze Kurzgeschichten und wer weiss, vielleicht entsteht sogar ein Fortsetzungsroman. Die Formen sind mir noch nicht ganz klar. Ich lasse es auf mich zukommen.

Anregungen Eurerseits sind immer willkommen! :-)

Ich lade Euch ein, das neue Jahr als Herausforderung anzunehmen. Lasst uns den widrigen Umständen trotzen, den alten Trott verlassen und neue Wege beschreiten. Immer näher zu uns selbst hin, aber nicht weiter voneinander weg!

10 Gedanken zu „2009 Das Jahr der Entwicklung

  1. Ich würde gerne lesen, wie man Kompromisse macht in einer Partnerschaft und sich selbst dabei nicht verliert und trotzdem weiter ausleben darf als Individuum ohne gleich als Egoist zu gelten.

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  2. Lieber Stoeps,

    danke für diesen schönen und vor allem wahren Post. Ich möchte dazu ein paar Dinge anmerken, die für mein 2009 gelten:

    Selbstfindung und materieller Wohlstand schliessen sich nicht gegenseitig aus.

    Oft genug lasse ich mich von Oberflächlichkeiten ablenken, aber ich fühle mich stets unwohl und nicht lebendig dabei. Man könnte sagen, dass mein Körper dann existiert und meine Seele sich im Tiefschlaf befindet. Wie von einer starken Betäubungsspritze getroffen, lebe ich dann vor mich hin. Und das auf sich selbst Zurückbesinnen fällt dann sehr schwer. Aber der Materialismus/die Oberflächlichkeit hilft mir bei der Besinnung stets.

    Krisen beinhalten aber auch immer Chancen. Sie sind ein Wendepunkt. Eine Krise ist also auch eine Art Wegkreuzung, sie fordert uns heraus, uns neu zu entscheiden und zu definieren.

    Das Gefühl in einer Krise zu stecken ist furchtbar. Und um dort wieder raus zu kommen, müssen aktiv Entscheidungen getroffen werden. Ich bin leider sehr Entscheidungsunfreudig. Das heißt, dass ich alle Szenarien der Konsequenzen aus einer Entscheidung durchspiele. Es begleitet mich dann eine gewisse Angst vor dem Ungewissen. Ich versuche das zunemehnd zu ändern, da es mir selbst nicht gut geht, bei meinen Nicht-Entscheidungen. Und da wären wir beim nächsten Punkt:

    …mit grossen und manchmal auch nur kleinen Schritten weitergehen. Es soll für mich ein Jahr der Veränderung werden. … dass Jahr 2009 zu meinem persönlichen Jahr der Entwicklung und des Erfolges zu machen.

    Meine Entscheidung mich selbständig zu machen ist schon längst gefallen und so gehe ich mit kleinen Schritten (=kleinen Entscheidungen) dem Ziel ein großes Stück entgegen. :-)

    Schon seit langem reizt es mich, Geschichten zu schreiben.

    Nicht jeder mag den Stil des Geschichten Erzählens. Ich schreibe auch mehr im Stil der Geschichten, als die Wahrheit mit der flachen Hand auf den Tisch zu knallen. Beides hat seine Leser und wird verstanden werden. Ich sehe die Resonanz auf meinem Blog. Anfangs etwas zögerlich, aber zunehmend intensiver, werden meine Leser. Mach es, wenn es dir schon so lange im Kopf umherschwirrt. Es gibt nichts schöneres, als authentische Schreiber. Geschichten, die das Leben schreibt, sozusagen. :-)

    In diesem Sinne – FrauLehmann

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  3. Kompromisse. liebe Chnübli, sind per se der Tod einer Parternschaft. Ich glaube herausgefunden zu haben, dass eine Partnerschaft nur funktionieren kann, wenn sie keiner oder zumindest nur sehr weniger und schmerzloser Kompromisse bedarf. Die Arbeit in einer Beziehung besteht nicht darin, sich dem Partner anzugleichen und sich selbst zu verlieren, sondern selbst soviel Stärke und Eigenliebe (mag ich lieber als das Wort Egoismus) aufzubringen, dass man die Andersartigkeit des Partner lieben lernt und akzeptieren kann. Und es bedarf eines Partners, der eben diese Bereitschaft auch mitbringt. Ewige Harmonie und Symbiose in einer Beziehung ist meiner Meinung nach eine unerfüllbare Erwartung. Wer die Hinwendung seines Partners zu ihm selbst als Abwendung von sich versteht, tut gut daran, sich über sein eigenes Selbstbewusstsein und das eigene Selbstwertgefühl zu hinterfragen. Dies gilt es aufzubauen. Bin ich selbst stark und bei mir, kann ich auch einen starken Partner an meiner Seite lieben, der ebenso stark und bei sich selbst ist.

    Gute Gedanken zu diesem Thema habe ich bei Peter Lauster im Buch „die Liebe“ gefunden.

    Liebe ist etwas das man gibt, ohne etwas zurück zu erwarten.

    Ich interpretiere das so, dass mir als Liebender die Selbstverwirklichung meines Parterns am Herzen liegt, da ich ihn liebe und ihm nur das Beste wünsche und ihn glücklich sehen will. Ebenso braucht es aber für mich, für eine funktionierende Beziehung, einen Partner der ebenso über mich fühlt und denkt. Ist das nur einseitig, endet es in Frustration und Schmerz.

    Sich verlieben ist einfach, passiert spontan. Aber danach daraus eine funktionierende Beziehung zu gestalten, ist nicht Arbeit an der Partnerschaft selbst, sondern vor allem an sich und an seinem eigenen Selbstbewusstsein.

    Jesus, der sonst nicht so zu meinen Quellen gehört, formulierte es kurz und bündig: Liebe Deinen Nächsten Wie Dich SELBST! Sagt das nicht schon alles?

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  4. Oft bedarf es der Krisen, liebe Frau Lehmann, dass wir überhaupt aus unserer Lethargie gerissen werden. Deshalb sind sie für mich auch so wichtig und wertvoll! Würden wir ohne sie den Finger aus unserem Allerwertesten ziehen und Anfangen unser Glück in die eigenen Hände zu nehmen? Eher nicht. Wir würden in vermeintlicher Harmonie suhlen, fett, faul und des langweiligen Lebens überdrüssig werden. Und sie helfen uns, Entscheidungen zu fällen. Denn das unterscheidet uns Menschen vom Rest der Natur. Die Fähigkeit bewusste Entscheidungen zu fällen. Diese Gabe gilt es zu nutzen.

    Entscheidungen sind immer schwierig. Und doch beinhalten sie für mich auch wahre Freude. Wann immer ich schwierige Entscheidungen vor mir hergeschoben habe, war die Erleichterung nachher gross, sie doch getroffen zu haben. Vor den Konsequenzen sollte man Respekt haben, aber sich nicht davor fürchten. Man kann nie im Voraus genau abschätzen, was eine Entscheidung bewirkt. Denn sie wirken sich nicht linear aus, sie wirken viel mehr systemisch und beeinflussen unzählbare Ebenen und Fronten. Dabei stelle ich mir oft ein dreidimensionales Geflecht aus Gummibändern vor. Die Knoten, also die Kreuzungspunkte dieser Bänder, sind kleine glänzende Kugeln. Schneide ich nun ein Band durch, oder löse ich einen Knoten, kommt das gesamte Gebilde in Bewegung und wenn man das ganze System betrachtet, hat es sich gesamthaft verändert. Es fehlt dann nicht nur ein Knoten oder ein Band oder es ist eines mehr entstanden. Das ganze Bild hat sich geändert.

    Diese Prozesse sind unumgänglich, wenn man wachsen und sich entwickeln will. Einmal mehr kommt da der Bauch ins Spiel. Die Intuition. Sie hilft mir oft, Entscheidungen zu fällen. Aber es fällt nicht immer leicht, auf die eigene Intuition zu vertrauen. Und dann gibt es da noch diesen schönen Spruch von Vaclav Havel, der mir zu einer Lebensweisheit geworden ist:

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

    Also nur Mut! Und für das 2009 wünsche ich Dir ganz viel Glück mit Deiner neuen Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung. Egal was daraus wird (und ich hoffe natürlich, dass Du Erfolg hast), lernen daraus kannst Du auf jeden Fall und ganz sicher wirst Du daran wachsen! Chapeux für diese Entscheidung. Die ja nicht gerade klein war! :-D

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  5. Ein Jahr der Entwicklung – ein nachahmenswerter Vorsatz. Das versuche ich auch jedes Jahr.
    Bei mir wird es sicher auch ein Jahr der Veränderungen. Krisen hören nie auf, sie gehören zu uns und helfen uns weiter zu kommen.
    Veränderungen müssen zuerst bei uns selbst beginnen. In diesem Sinne, schauen wir in eine positive Zukunft.

    Und, lieber Stoeps, schreibe Geschichten! Darauf freuen wir Leser uns…

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  6. Oh ja, ich weiß jetzt schon, dass mich deine geschichten absolut berühren werden, zum nachdenken anregen werden oder einfach zum lachen bringen werden. ich lese so gerne bei dir, weil du mit sehr schönen worten jonglierst und deine meinung so gezielt niederschreiben kannst. auch das zitat von jesus: brilliant und auf den punkt gebracht! Vorsätze für’s neue Jahr? hmm… nicht wirklich. mich mehr um meine kinder kümmern, bzw. mehr mit ihnen unternehmen. das ist mir wichtig, denn sie blieben letztes jahr, finde ich, ein wenig auf der strecke…. und mir ein dickeres fell zulegen, was meine verwandtschaft betrifft. neid und mißgunst sind arschlöcher…..

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  7. Hi Stoeps,

    ich freue mich schon jetzt auf deine Geschichten, egal ob sie zum Nachdenken anregen sollen oder lustig sind, du „spielst“ mit der Sprache, mit Worten (es gibt wenige Menschen die das können) und das gefällt mir sehr.

    Auch wenn es jetzt ein schwieriges Jahr für uns alle wird…. man sollte immer versuchen positiv zu denken, das Beste aus der Situation machen, denn ALLES im Leben hat seinen Sinn.

    Ich hab mir für dieses Jahr vorgenommen, noch mehr auf die Menschen, die mir wirklich am Herzen liegen, einzugehen, sie zu unterstützen, für sie da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen und mich von den Verwandten, die versuchen mich unter Druck zu setzen, noch mehr abzugrenzen. Für mich selbst werde/möchte ich mehr tun (Yoga, Fotografieren, mich endlich näher mit Buddhismus befassen, mein Englisch aufbessern, etc….).

    In diesem Sinn…. packen wirs an.

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  8. 2009 ja. Ist komisch, all die vielen Medien wollen Ängst schüren. Doch ich freue mich auf 2009. 2009 steht für viele Veränderungen. Der lange Weg zu mir selbst, beruflich geht es neue Wege und ich stelle mich meinen Dämonen. Ich freue mich darauf. Jede Veränderung ist besser als Stillstand, und den gab es viel zu lange.

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  9. @Dan: Entwicklung und Krisen gehören ja irgendwie zusammen. Und das hört hoffentlich nie auf! Dazwischen gibts hoffentlich auch immer mal wieder schöne Pausen um Luft zu holen! Mit meinen Geschichten bin ich noch in der Schwangerschaft. Aller Anfang ist schwer ;-)

    @little-wombat: Oh diese Vorschusslorbeeren. Ob ich die Erwartungen erfüllen kann, wird sich noch zeigen! Die Zeit, letztes Jahr, hast Du auch für Dich gebraucht. Deine Jungs verstehen das und spüren schon, dass das nicht desinteresse ist. Umsomehr werden sie es geniessen, wenn Du jetzt wieder mehr Zeit für Sie hast!

    @Teenudel: Danke für Deinen Glauben an meine „Schreibkunst“ ;-) Wir werden sehen, was dabei herauskommt. Ein kleiner Tip von mir für Deine Vorsätze. Fang einfach bei Deinen Interessen an. Je näher DU Dir kommst, umso einfacher fällt es Dir Dich abzugrenzen und um so mehr Energie bleibt für die, denen Du sie schenken möchtest :-)

    @crosa: Genau dieser negative Medienhype hat bei mir etwas gegenteiliges ausgelöst! Erstens kann ich die Medien langsam nicht mehr ernstnehmen. Hype, egal ob negativ oder positiv um der Auflage willen. Wo bleibt da die seriöse Information? Da blogge ich doch lieber und lese ganz persönliches von Menschen wie Dir. Oder schaue mir Deine wunderschönen Fotos an! Nichts ist Konstanter als die Wandlung! Veränderung ist Leben! Und jetzt erst recht! Willkommen im Club! :-)

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  10. Danke für deinen Tipp, genau so werde ich heute beginnen, die erste Yogastunde im neuen Jahr (da fühl ich mich hinterher immer wie auf Wolken) wartet auf mich :-) und alles andere werde ich dann mit „links“ erledigen…..Wohnung aufräumen, Gäste verwöhnen, etc

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