The Big Blue


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Seit ich denken kann, übt das Meer eine grosse Anziehung auf mich aus. Ich habe keine Ahnung wer oder was diese Faszination bei mir ausgelöst hat. Als Kind konnte ich nicht genug von diesen Filmen von Jacques Cousteau bekommen.

Nur der Blick in die Sterne vermochte mich gleichsam zu fesseln. Doch wenn ich damals meinen Geist auf die Reise zu weit entfernten Galaxien schickte, beschlich mich irgendwann diese unbeschreibliche Angst. Auf die Fage, was ausserhalb des Weltalls sein würde, folgte unweigerlich die Frage nach dem Raum ausserhalb des Nichts, dass den Weltraum umschliessen müsse. Ich stellte mir das All als Sphäre innerhalb vieler andere Sphären vor. Ähnlich wie diese Puppen aus Russland. Öffnete man die erste Babuschka, folgten die Nächsten, bis man bei der Kleinsten angekommen war. Diese entsprach dann in meiner Assoziation dem uns bekannten Raum.

Nicht abschätzen zu können, wieviele dieser kosmischen Babuschkas es geben könnte und worin die äusserste dieser Hüllen existierte, löste regelmässig innere Panik aus bei mir.

Ganz anders die schier endlose Weite des Ozeans. Sie war immer noch gross genug, um als Unendlichkeit durchzugehen, aber sie war begreifbar.

Der Wunsch das Nichts zu begreifen, dass in Wirklichkeit das Alles ist, schwingt auch in der Sehnsucht nach dem Meer mit. Sich und sein Leben neben diese Unendlichkeiten zu stellen, schärft den Blick für das wirklich Wichtige im Leben. Was sind schon ein paar kleine Probleme im Vergleich mit dem ewigen Lied der Wellen, das schon im gleichen Takt und mit den selben Akkorden gesungen wurde, als noch kein humanoides Wesen diesen blauen Planeten bevölkerte? Aber ich kann am Ufer des Ozeans sitzen und dieses Gefühl mit Menschen teilen, die ich liebe, allen voran mit Tom.

Wir sitzen am Strand, begleiten die Sonne auf ihrer Bahn, bis sie sich glutrot mit dem Horizont vereinigt. Wir schweigen, sehen einander an und spüren, dass wir eins sind. Verbunden miteinander, mit der Welt, geboren aus dem ewigen Ozean, bestehend aus dem Staub, der seinen Weg von den kosmischen Babuschkas bis zu uns auf unsere blaue Kugel gefunden hat.

Nein, heute habe ich keine Angst mehr, meine Gedanken in den nächtlichen Himmel schweifen zu lassen.

Heute weiss ich, dass ich der Himmel bin und die Sterne und das weite, blaue Meer.

5 Gedanken zu „The Big Blue

  1. Hehe, kommt mir bekannt vor diese Liebe zum Meer.

    Ps. Vor ein paar Monaten habe ich sogar mp3 mit Meeresrauschen gesucht und gefunden. Wenn man dann dazu die Augen schließt, kann man das Meer überall „mitnehmen“ ;-)

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