Kauf mich – liebe mich – fahre mich!

Für einmal präsentiere ich Euch keine mehr oder weniger geistreiche Kost, sondern ein exklusives Kaufangebot!

Ich verkaufe nämlich mein Auto! Und zwar einen

Renault Sénic RX4 2.0 16V  in Silber Metallic

Und wer, wenn nicht Du, sollte als Käufer in Frage kommen? Drum, wenn Du einen sauglatten Fahruntersatz mit automatischem 4 x 4 Antrieb, Spassfaktor und dezentem Luxus suchst, hier wirst Du fündig!

Sieh Dir hierzu einfach meinen selbst gedrehten Werbespot an:

Ein paar Spezifikationen die Dich sicher zum Kauf verleiten werden:

  • Der Wagen ist gut gepflegt. Alle Service wurden regelmässig ausgeführt und die MFK letztes Jahr gab mir Bestnoten für den technischen Zustand des Wagens.
  • Vorsorglich wurde dieses Jahr der Zahnriemen gewechselt.
  • Kilometerstand: 121’000
  • Erstzulassung: Juni 2000
  • Neupreis: 46’190.–
  • Ausstattung: Ledersitze, Klima, Navi, CD/Radio, 2 elektrische Schiebedächer, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Vordersitzheizung.
  • Zusätzlich kommen noch 4 neuwertige Winterpneus (letztes Jahr gekauft) auf Felgen aufgezogen dazu.

Noch mehr Infos gefällig? Lade das Fact-Sheet mit allen Fahrzeugdetails herunter: Renault_RX4.pdf

Alles in Allem also ein exquisites Angebot!

Probefahrt gefällig? Kein Problem! Melde Dich einfach bei mir unter stoeps@dtc.ch und wir finden sicher einen Termin!

Achja, richtig! Du fragst Dich sicher, was der Spass kosten soll! Gute Frage! Verhandlungspreis ist CHF 8.499.– inklusive den 4 Winterpneus.

Und weils so schön ist, hier gleich nochmals zwei Fotos:

Wenn das Leben tobt und die Zeit still steht

Es riecht nach Gewürzen und Mopedabgasen, der Muezzin ruft zum Gebet und unzählige Händler bieten ihre Ware feil. Das Licht der Sonne scheint durch die Dächer der Souks. Alte Männer mit Kaftan und Kapuzen wuseln wie Ewoks durch die engen Gassen und der Duft von Pfefferminztee vermischt sich mit dem Geschmack gebratener Poulets. Es hupt und rattert, aus einer Ecke klingt arabische Musik und dort streiten sich zwei Frauen lautstark um ihr Bettelrevier. Kleine Kinder schauen einem aus grossen Augen an.

Auf dem Platz der Gaukler, dem Jemaa el Fna überbieten sich Schlangebeschwörer, Henna-Tattoo malende Frauen, Geschichtenerzähler und Gassenküchen gegenseitig. Rauch weht über die Köpfe der unzähligen Menschen dieser Millionenstadt der Gegensätze.

Dann, plötzlich eine Treppe, freundlich grüssende Herren die einem den Weg nach oben weisen und dann lässt man den Lärm einfach so hinter sich, als ob man diese Welt durch ein Wurmloch verlassen würde. Eintauchen in die stylische Ruhe einer modernen Lounge. Einheimische Gerichte in exklusiver Atmosphäre über den Dächern der Souks und thé Mente entführen einem in die träumerische Welt von 1001 Nacht.

Marrakech ist ein Traum, in dem Armut und Reichtum ganz nahe beieinander liegen. Ein Paradies für Menschen die sich mit Nase und Gaumen verführen lassen und die die Zeit für einen Moment einfach hinter sich lassen wollen.

Dann taucht man wieder ein in die Souks und versucht sich im Verhandeln mit den unzähligen Anbietern handgearbeiteter Produkte.

Marrakesch, ich habe mich in Dich verliebt und ich werde Dich in vollen Zügen geniessen. Eines ist schon klar: Wir kommen wieder!

Kürbissuppe a la mode du Stoeps

 

Die Winterzeit hat auch was Gutes! Seit November stehen reihenweise Kürbisse herum, die nur darauf warten verkocht zu werden. Im Moment dampft es gerade in unserer Küche, denn einer dieser kugeligen Gesellen wird gerade verarbeitet. Ich habe da mein eigenes Rezept für eine richtig würzige, indisch angehauchte Kürbissuppe ertüftelt. Und das geht so:

Man nehme:

  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Butter
  • Ein Schuss Nussöl
  • Ingwer nach Belieben
  • Ca. 600 gr Kürbisfleisch gewürfelt
  • 2.5 dl Weisswein
  • 1 Liter Bouillon
  • Ca. 2 dl Sauerrahm
  • 3 Kaffelöffel Maisstärke
  • 2 cl Whiskey
  • Salz, Pfeffer, Curry, Kardamom, Chillipulver, Kurkuma, Koriander, Muskatnuss
  • Brotwürfel (von ca. 2 Brotscheiben)
  • Etwas Butter oder Nussöl (oder beides)
  • Wenig geriebenen Parmsan

Zubereitung

Die Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer feingehackt in der heissen Butter-Nussölmischung glasig dünsten. Den gewürfelten Kürbis beigeben und andünsten. Mit dem Weisswein ablöschen und etwas weiterköcheln lassen. Die Bouillon darüber giessen und die Kürbisstücke gar werden lassen. Danach mit dem Pürierstab alles zu einer feinen sämigen Masse zerkleinern. Die Maisstärke im Whiskey auflösen, beigeben und alles aufkochen. Etwas köcheln lassen. Nach Belieben mit Salz, Pfeffer, Curry, Kardamom, Chillipulver, Kurkuma, Koriander, Muskatnuss parfümieren und etwas weiterköcheln lassen.

In einer Bratpfanne etwas Butter und/oder Nussöl erhitzen, Brotwürfel beigeben und rösten. Etwas geriebenen Parmesan beigeben und unter stetem Rühren schmelzen lassen. Die Brotwürfel darin wenden bis der Käse mit ihnen verbacken und sie schön goldig, knusprig werden.

Nun die Suppe mit dem Sauerrahm verfeinern, anrichten und die Brotwürfel einstreuen.

Servieren und fertig!

En Guete!

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La Suisse n’existe plus!

Es gab eine Zeit, damals als ich noch zur Schule ging, da war ich stolz Schweizer zu sein. Ich glaubte an ein Land, in dem Gerechtigkeit herrschte, in dem humanitäre Werte gepflegt wurden und in dem man durch Dialogbereitschaft, Toleranz und das Wissen um den Wert von Minderheiten eine einzigartige Gemeinschaft entstehen liess. Menschen mit unterschiedlichsten Lebenswahrheiten rauften sich zusammen und versuchten gemeinsam Lösungen zu finden, die möglichst den Bedürfnissen vieler gerecht wurden. Man setzte sich an einen Tisch und redete.

Damals, als wir im Geschichtsunterricht den 2. Weltkrieg durchnahmen, dachten wir alle, dass so etwas wie in Deutschland mit dem Nationalsozialismus, dem Glauben an eine höhere Rasse, an das Recht des Starken und dem Sündenbockprinzip bei uns nie passieren könnte. Doch nun bin ich mir dessen nicht mehr sicher. Nachdem die Schweiz nun die Initiative zum Verbot von Minaretten angenommen hat, erwachen in mir grosse Zweifel. Der Glaube an die Schweiz, wie ich sie gesehen und erlebt habe, stirbt. Einmal mehr ist es Zeit ein paar Illusionen zu begraben. Ein Grossteil der Schweizer hat mit ihrem Ja zum Verbot der Minarette klar gezeigt, dass sie sehr empfänglich für Nazi-Ideologien und für deren Bildsprache und Angstkampagnen sind und das finde ich wesentlich erschreckender als ein paar Minarette. Entscheidungen die aus Angst gefällt werden, sind und waren noch nie gut.

Und ich frage mich, welches Verbot als nächsts kommt? Dönerstände, Synagogen oder Schläfenlocken? Oder werden gar bald rote Punkte auf der Stirn verboten?

Die Schweizer sind einer Kampagne auf den Leim gegangen, die die Schweiz-feindlichsten Kräfte vereinigt. Evangelikale Fundamentalisten und die SVP haben sich verbunden um mit einer riesigen Panikmache die Schweizer zu übertölpeln. Eigentlich war ja die ganze Initiative nur ein grosser Marketing-Feldzug der SVP, die sonst im Moment nicht viel zu bieten hat. Die Initiative ist denn auch absoluter Blödsinn. Ein Verbot zum Bau von Minaretten in einem Land, in dem jede Gemeinde den Bau solcher Gebäude schon längst autonom verbieten konnte ist defakto ein Witz oder besser gesagt eine grosse Verarschung. So tun als ob man ein Problem erkannt hätte und es nun lösen würde. In Wahrheit aber bewirkt diese Initiative überhaupt nichts, ausser dass sie die Gewaltbereitschaft steigert und tausende von gut integrierten Moslems radikalisiert.

Erstaunt verfolgte ich mit, wie von den Herren aus der rechten Ecke Gründe wie die Unterdrückung der Frauen, die Ermordung von Homosexuellen und die Gefahr der Zerstörung der christlichen Werte als Grund für ihren Kampf gegen den Islam ins Felde geführt wurden. Ausgerechnet von dieser Seite kommen solche Argumente!? Sind und waren es doch genau diese  Parteien die ein Gedankengut vertreten, dass bei genauem Hinsehen dem Islam der Fundamentalisten ziemlich nahe steht. Dass wir dann aber einerseits hier Minarette verbieten, andererseits aber durch unsere Waffenexporte islamische Kämpfer in aller Welt mit Waffen aufrüsten, scheint diese Herren nicht zu stören.

Notabene ist damit nicht ein einziges Problem im Bereich der Integration von islamischen Mitbürgern gelöst. Das Verbot ist nichts anderes als eine lächerliche und infantile Drohgebärde die der Schweiz nichts nützt, sondern uns empfindlich schadet. Schon bald werden es die SVP und ihre Helfer geschafft haben, das Image der Schweiz in der gleichen Art zu zerstören, wie es Bush Junior mit den USA fertig gebracht hat. Für mich haben sie es bereits geschafft. Mein Bild der Schweiz ist zerstört. Der Gedanke Schweizer zu sein erfüllt mich nicht mehr mit Stolz und Freude sondern schickt mir eine Gänsehaut über den Rücken.

Die Schweiz ist zu einem Land der Tabus, des Sündenbock-Denkens und der scheinheiligen Doppelmoral geworden. Meine Schweiz existiert nicht mehr. Ihre Werte wurden von unseren rechten Parteien und ihren evangelikalen Helfern pulversiert. Nun regiert Hass, Angst, Scheinmoral und ein neuer christlicher Fundamentalismus in diesem schönen, kleinen Land, das einst eine Insel der Ethik, des Humanismus und des lösungsorientierten Dialoges war. Schade!

R.I.P Meine Schweiz

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