La Suisse n’existe plus!


Es gab eine Zeit, damals als ich noch zur Schule ging, da war ich stolz Schweizer zu sein. Ich glaubte an ein Land, in dem Gerechtigkeit herrschte, in dem humanitäre Werte gepflegt wurden und in dem man durch Dialogbereitschaft, Toleranz und das Wissen um den Wert von Minderheiten eine einzigartige Gemeinschaft entstehen liess. Menschen mit unterschiedlichsten Lebenswahrheiten rauften sich zusammen und versuchten gemeinsam Lösungen zu finden, die möglichst den Bedürfnissen vieler gerecht wurden. Man setzte sich an einen Tisch und redete.

Damals, als wir im Geschichtsunterricht den 2. Weltkrieg durchnahmen, dachten wir alle, dass so etwas wie in Deutschland mit dem Nationalsozialismus, dem Glauben an eine höhere Rasse, an das Recht des Starken und dem Sündenbockprinzip bei uns nie passieren könnte. Doch nun bin ich mir dessen nicht mehr sicher. Nachdem die Schweiz nun die Initiative zum Verbot von Minaretten angenommen hat, erwachen in mir grosse Zweifel. Der Glaube an die Schweiz, wie ich sie gesehen und erlebt habe, stirbt. Einmal mehr ist es Zeit ein paar Illusionen zu begraben. Ein Grossteil der Schweizer hat mit ihrem Ja zum Verbot der Minarette klar gezeigt, dass sie sehr empfänglich für Nazi-Ideologien und für deren Bildsprache und Angstkampagnen sind und das finde ich wesentlich erschreckender als ein paar Minarette. Entscheidungen die aus Angst gefällt werden, sind und waren noch nie gut.

Und ich frage mich, welches Verbot als nächsts kommt? Dönerstände, Synagogen oder Schläfenlocken? Oder werden gar bald rote Punkte auf der Stirn verboten?

Die Schweizer sind einer Kampagne auf den Leim gegangen, die die Schweiz-feindlichsten Kräfte vereinigt. Evangelikale Fundamentalisten und die SVP haben sich verbunden um mit einer riesigen Panikmache die Schweizer zu übertölpeln. Eigentlich war ja die ganze Initiative nur ein grosser Marketing-Feldzug der SVP, die sonst im Moment nicht viel zu bieten hat. Die Initiative ist denn auch absoluter Blödsinn. Ein Verbot zum Bau von Minaretten in einem Land, in dem jede Gemeinde den Bau solcher Gebäude schon längst autonom verbieten konnte ist defakto ein Witz oder besser gesagt eine grosse Verarschung. So tun als ob man ein Problem erkannt hätte und es nun lösen würde. In Wahrheit aber bewirkt diese Initiative überhaupt nichts, ausser dass sie die Gewaltbereitschaft steigert und tausende von gut integrierten Moslems radikalisiert.

Erstaunt verfolgte ich mit, wie von den Herren aus der rechten Ecke Gründe wie die Unterdrückung der Frauen, die Ermordung von Homosexuellen und die Gefahr der Zerstörung der christlichen Werte als Grund für ihren Kampf gegen den Islam ins Felde geführt wurden. Ausgerechnet von dieser Seite kommen solche Argumente!? Sind und waren es doch genau diese  Parteien die ein Gedankengut vertreten, dass bei genauem Hinsehen dem Islam der Fundamentalisten ziemlich nahe steht. Dass wir dann aber einerseits hier Minarette verbieten, andererseits aber durch unsere Waffenexporte islamische Kämpfer in aller Welt mit Waffen aufrüsten, scheint diese Herren nicht zu stören.

Notabene ist damit nicht ein einziges Problem im Bereich der Integration von islamischen Mitbürgern gelöst. Das Verbot ist nichts anderes als eine lächerliche und infantile Drohgebärde die der Schweiz nichts nützt, sondern uns empfindlich schadet. Schon bald werden es die SVP und ihre Helfer geschafft haben, das Image der Schweiz in der gleichen Art zu zerstören, wie es Bush Junior mit den USA fertig gebracht hat. Für mich haben sie es bereits geschafft. Mein Bild der Schweiz ist zerstört. Der Gedanke Schweizer zu sein erfüllt mich nicht mehr mit Stolz und Freude sondern schickt mir eine Gänsehaut über den Rücken.

Die Schweiz ist zu einem Land der Tabus, des Sündenbock-Denkens und der scheinheiligen Doppelmoral geworden. Meine Schweiz existiert nicht mehr. Ihre Werte wurden von unseren rechten Parteien und ihren evangelikalen Helfern pulversiert. Nun regiert Hass, Angst, Scheinmoral und ein neuer christlicher Fundamentalismus in diesem schönen, kleinen Land, das einst eine Insel der Ethik, des Humanismus und des lösungsorientierten Dialoges war. Schade!

R.I.P Meine Schweiz

facebook_icon Artikel in Facebook posten

36 Gedanken zu „La Suisse n’existe plus!

  1. Pingback: Schweizer Referendum: nein zu Minaretten « Feyd Braybrook's Blog

  2. ich bin ja politisch nicht so bewandert, also berichtige mich bitte, falls ich jetzt müll schreibe, aber hat die schweiz nicht irgend einen wisch in straßburg unterschrieben, die „pro-minderheiten“ ist/war? ich denke, da wird die schweiz noch ganz schön „ärger“ bekommen…..

    Gefällt mir

  3. Lieber Stoeps. Du schreibst das, was bestimmt heute viele denken, leider aber eben nur eine Minderheit in diesem Land. Die Schweiz ist mit diesem Ergebnis für mich jetzt nicht gleich gestorben aber ich sehe sie leider immer etwas weiter weg von mir. Kann sein, dass es mich beeinflusst, dass ich mit einem Menschen aus einem anderen Land, aus einer anderen Kultur zusammenlebe und nach 10 Jahren gewisse Dinge anders sehe als früher. Ich glaube es sind aber auch genau diese Momente wie heute, die ein gewisses Bild dass man hat, ankratzen oder sogar zerstören. Momente, wo man vor dem Fernseher sitzt und sich denkt, dass das doch gar nicht sein kann. Unfassbar, dass ein Artikel mit einem solchen Verbot, Platz in unserer Verfassung findet. Für mich und für meine Familie ist auf jeden Fall klar, dass wir in 2 Jahren, fix nach Argentinien gehen möchten. Dieser Entscheid oder Wunsch kam natürlich nicht heute nach der Tagesschau, Nein. Es hilft mir viel mehr beim Einschlafen und zu wissen, dass man in eine Stadt wie Buenos Aires ziehen möchte, wo bestimmt nicht alles besser ist als hier aber wo zumindest die Offenheit einer Kultur besteht, dass dort zumindest die grösste Moschee Lateinamerikas erbaut werden konnte. Ich wünsche der Schweiz gute Besserung. Bald.

    Gefällt mir

  4. Bin ich wirklich wach oder ist das doch nur ein Albtraum? Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich jemals dafür schäme, Schweizerin zu sein. Ein trauriger Tag für dieses Land, das ihre eigenen Werte verraten hat und sich voller Inbrunst dem Radikalismus hingibt.

    Gefällt mir

  5. Lieber Stoeps

    Ja, ich bin eine von denen, die die Initiative angenommen haben – und ich stehe auch dazu und würde es nicht ändern. Aber ich möchte doch auch erklären warum, denn es ist meiner Meinung nach nun schon sehr heftig, wie wir als Rassisten etc angeprangert werden.

    Die Initiative ging ausschliesslich um MINARETTE. Nicht um Moscheen, Religion etc. Selbstverständlich gehören diese drei Themen zusammen, was mir auch bewusst ist. Denn wie jeder, der sich mit dem Thema, und z Bsp. der Bauweise einer Moschee etc. befasst hat, weiss ich, dass bei einer üblichen Moschee ein bis mehrere Minarette dazu gehören. Und ganz egal dass alle sagen, Minarette in der Schweiz werden nicht beschallt, was durchaus auch so sein würde ist es faktisch so: Der einzige (!) Sinn eines Minarettes ist nun mal der Hochsitz des Muezzin und das bestätigt Dir jeder Gläubige genau so. Also: Wenn wir in der Schweiz sowieso sagen, es geht nur um das Bauwerk und nicht um eine mögliche Beschallung, warum genau müssen wir dann Minarette bauen lassen, die den Sinn gar nicht erfüllen? Einfach zur Zierde? Weil es so hübsch anzuschauen ist oder für was? Diese Frage meine ich wirklich ernst. Alle sagen, beschallt würden sie eh nicht, dann sehe ich auch nicht ein warum man Minarette hier bauen sollte. Moscheen als solches reichen doch vollkommen aus und die Religion kann auch ohne Einschränkung ausgeübt werden, denn die Moschee ist der eigentlich Betraum und NICHT das Minarett!
    Also, ich habe mich gegen den Minarettbau entschieden und NICHT gegen Moscheen, den Islam, die Ausübung islamischen Glaubens etc. Und z. Bsp. als Naziähnliche Person dargestellt zu werden ist für mich doch sehr heftig. Alle, die die Initiative abgelehnt haben, unterstellen nun denen, die sie angenommen haben, dass wir die Initiative nicht verstanden haben, denn nun geht es um Religionsdiskussionen, Menschenverachtende Handluing etc und nicht um einen bau eines Turmes. Und das ist meiner Meinung nach nicht ganz so in Ordnung.

    Aber wie gesagt, es ist lediglich meine Meinung, die ja jeder noch haben darf. Ich habe mich gegen einen Turmbau zur Zierde oder zu welchem Sinn auch immer entschieden, denn die Ausübung des islamischen Glaubens wird so überhaupt nicht beeinträchtigt! Und nur weil man die Initiative angenommen hat, muss man ja den Weg (Plakate) nicht gut finden, noch am Rande gesagt…

    Ich bin gespannt auf eine Diskussion – wenn sie einigermassen fair ist…
    Lieben Gruss, Pia

    Gefällt mir

  6. pia. wie stoeps schon sagte: in jeder gemeinde kann übers baurecht über minarette entschieden werden.

    die ganze initiative ging nicht um minarette. oder hast du eins in deiner nähe, dass dir die sonne wegnimmt? hast du in der schweiz überhaupt schon mal eines gesehen?

    den stempel, den wir im zweiten weltkrieg als erste in jüdische pässe stempelten, war auch nicht mehr als ein wenig tinte auf einem stück papier….

    du hast dich gegen etwas entschieden, das bisher in deinem leben gar nicht stattfand. also hast du dich nicht für eine konkrete möglichkeit entschieden, sondern für den gedanken, der hinter der initiative steht. und der ist fremdenfeindlich und intolerant.

    Gefällt mir

  7. Den Initianten ging es nie um Minarette, es ging einzig darum, Öl ins Feuer zu leeren, eine andere Religion zu diffamieren, das Volk aufzuhetzen und das eigene braune Gedankengut und den religiösen Fanatismus salonfähig zu machen. Nun ist dieses Land auch ein Schurkenstaat, wir können uns neben den Iran stellen, das ist m.E. das Ende der eidgenössischen Tradition. Ich war noch nie so geschockt, aber eigentlich war es vorhersehbar, die Brandstifter der SVP haben jahrelang das Volk fanatisiert. Das gabs vor 50 Jahren schon mal, wo führt das hin?

    Gefällt mir

  8. @ Redder: Ja tatsächlich habe ich schon ein (ich glaube sogar drei) Minarett(e) in der Schweiz gesehen. Z. Bsp. in Winterthur. Und ich wohne direkt neben Wil SG und somit spielt es durchaus eine Rolle für mich. Ich bin immer noch der Meinung dass ich gegen den Bau des Minarettes abgestummen habe und nicht gegen Ausübung des Glaubens. Denn das Minarett dient heutzutage oftmals einfach als Dekorationszweck und ich finde wir brauchen es schlichtweg nicht. Denn über den Bau der Moschee habe ich überhaupt nichts, auch in Wil SG nicht. Aber ich wiederhole mich… Und natürlich spielt das hier keine Rolle, aber meiner Meinung nach brauchen wir auch keine Kirchtürme mit Glocken drin, denn das geht für mich ins genau gleiche.

    Gefällt mir

  9. Pingback: Willkommen im Gottesstaat Schweiz | T-Girl Diana

  10. Ich dachte immer, dass die Schweiz ANDERS sei, tolerant und weltoffen, aber dem ist leider nicht so. Schade, sehr schade.

    LG von der Teenudel.

    P.S. Stoeps, hatte dir am Samstag was in dein E-Mail-Fach gelegt ;-)

    Gefällt mir

  11. Hmm, schwieriges Thema. Aber fragt mal die Leute in Köln, die können da auch einiges zu sagen. In Deutschland wird der Bau der Moscheen durch die DITIB gepushed und gefördert. Die DITIB sieht sich selbst als unabhäöngige Organisation, arbeitet aber in Wirklichkeit eng mit der türkischen Regierung zusammen und folgt einem Ziel => die Verbreitung des Islam.

    Wer sich genauer mit der DITIB beschäftigt (und ich meine damit nicht mal eben einen Bericht auf RTL schauen oder ähnliches), der wird feststellen, dass die Vorgehensweise dieser Organisation sehr merkwürdig und recht penetrant ist. Hier alles aufzuführen, was einem bitter aufstößt, das würde den Rahmen des Kommentars sprengen.

    Wenn dann die Größe der Moschee so extrem ist, dann sie die christlichen Gotteshäuser locker überragt und sich dann die Deutschen aufregen, dann werden diese natürlich von der linken Fraktion direkt als Nazis abgestempelt. Ein generelles Probem in Deutschland: Sagt man was kritisches im Bereich der Ausländerpolitik oder in anderen Bereichen, so ist man direkt ein Nazi. Ich denke, man muß das differenzierter sehen! Versucht doch mal ein evagelisches oder katholisches Gotteshaus in der Türkei zu errichten. Es gibt einen deutschen Pfarrer, der wurde mit dem Tod bedroht, wenn er weiterhin seine kleine Gemeinde in Istanbul beten läst. Die Behörden hatten den Gottesdienst dieser kleinen Gemeinde verboten!

    Da muß man sich doch fragen: Warum sollen wir integrieren und respektieren, wenn innerhalb der Türkei dieses genau so wenig passiert? Von mir aus können hier gerne Moscheen gebaut werden und jeder seinen Glauben verfolgen, aber es gibt einfach eine Grenze.

    Gefällt mir

  12. @teebeutel: i agree. jedoch muss ich dazu sagen, dass es in der türkei, bzw. den großstädten auch kath. gotteshäuser gibt. ob mit kirchturm oder nicht, keine ahnung, aber dort wird dies auch „toleriert“ bis zu einer grenze.

    Gefällt mir

  13. Lieber Stöps,
    oui, la Suisse existe. Wenn nicht gerade jetzt, wann denn dann…? Der Output an geschriebenen Zeilen pro Einwohner erreicht dieser Tage nie gekannte Sphären. Leider kann ich bloss nicht ganz nachvollziehen, voher dieser Eifer kommt, müsste es doch in etwa die die Wahlbeteiligung x Neinsager, also 22.5% der Bevölkerung widerspiegeln… Irgendwas stimmt da wohl nicht, nicht wahr, schweigende Nörgler…?

    Egal. Geschrieben wird ja nun viel über… ja…vor allem Intoleranz! Im Moment kommt diese aber paradoxerweise gerade von linker Seite, welche das Abstimmungsergebnis nicht tolerieren mag. So viel zum Thema Demokratieverständnis. Wenn man heutigen Reportagen glauben schenken darf, zeigen die betroffenen Angehörigen der islamischen Glaubensgemeinschaft im Land da offenbar mehr Systemverständnis und Realitätssinn für ein nun endlich einmal erfragtes Grundsatzthema. Nun denn… Überhaupt: Woher kommt das eigentlich, dass wir uns immer mehr an solchen Diskussionen aufreiben? Paradoxerweise ist das Grundübel unsere selbst erschaffene Freiheit. Da gibt es immer Leute, welche den Bogen überspannen. Sozialschmarotzer, Bonus-Abzocker, Radikalgläubige, Linksfahrer. Das hat direkt mit Dummheit zu tun: Wer mit Freiheit nicht sorgsam umzugehen weiss und nicht gelernt hat, dass man auch von ihr einen „Anstandsrest“ im Teller lässt, der trägt die Verantwortung für solche Entwicklungen. Das Resultat ist wie immer: Kollektivstrafe! Wir Schwulen können davon ein Lied singen (Danke, Adoptivguerillas…).

    Und ja, auch ich habe diese Linie gezogen. Ja, bis hierher und nicht weiter. Man zeige mir -neben dem Libanon, dessen geopolitische Geschichte nicht mit derer anderer Länder vergleichbar ist- nur ein dem Islam zugewandtes Land, deren Einwohner auch nur annähernd die religiösen Freiheiten unserer Breitengrade geniessen… Die Diskussion gleich mit der Grundsatzfrage der Religionsfreiheit zu verknüpfen, ist nicht nur absurd, sondern geradenach gefährlich. Es geht um nichts mehr, aber auch um nicht weniger um das der Gesellschaft zugrunde liegende soziokulturelle Fundemant. Und das ist westtlich/christlich geprägt. Aussagen von islamischen (darf man islamistisch sagen?) Exponenten, die zu diesem Thema -sich in freiheitlicher Sicherheit wiegend- nichts besseres von sich zu geben wissen als Forderungen nach rechtsstaatlichen Parallelordnungen oder anderem Schwachsinn machen es schwer, solche Tatsachen bei einer verklausulierten Grundsatzeinscheidung in Form einer Minarettintiative auszublenden… Ob man im Zuge der nun in positivem Sinne anlaufenden Gesamtschau auch den Ursachen für den roten Bereich des Sozialmanometers nachgeht, mag ich bezweifeln (und möchte selber gar nicht näher auf das Thema Multikulti-Mist eingehen), aber es ist ein Anfang. Dass wir dabei Leute wie Dich benötigen, die im Sinne der Verhinderung einers ausufernden Aktionismus auch die entgegengesetzte Porition einnehmen, ist unabdingbar. Will heissen: ich mag Dich trotzdem, du Knuffel! ;-) In diesem Sinne: lassen wir die Kirche im Dorf…

    Gruss Mike
    (seit fast 20 Jahren konfessionslos…)

    Gefällt mir

  14. @Mike

    Die Forderung, dass man Intoleranz tolerieren soll, ist ein Widerspruch in sich selbst.

    Egal wie wichtig Minarette sind (sie sind für beide Seiten unbedeutend), es ist eine religiöse Diskriminierung, wenn einer einzelnen Religion der Bau von Türmen verboten wird, während andere das dürfen. Hier endet die Religionsfreiheit und viel mehr endet die Rechtsgleichheit, beides ist gemäss unserer Verfassung geschützt. Man kann nicht ein bisschen schwanger sein, wenn die Religionsfreiheit eingeschränkt wird, gibt es sie nicht mehr.

    Gefällt mir

  15. Ganz recht, hier endet die Religionsfreiheit. Wie alles irgendwo endet. Selbst das, was man offen formuliert hat und dabei davon ausgeht, dass davon keine Maximalforderungen ausgehen. Da aber genau das tendenziell in unserer heutigen Gesellschaft zu passieren scheint, ist es legitim, nachträglich eine Grenze zu ziehen. Dermassen aus der Luft gegriffen ist diese nicht einmal, schliesslich gibt es da -wenn wir uns in die Tiefen der Reiskornklauberei versteigen wollen- auch noch Artikel 1 der Bundesverfassung… Religionsfreiheit garantiert im Übrigen eine Freiheit des Geistes. Nicht mehr. Ich glaube nicht, dass dies auch nur annähernd in Gefahr ist…

    Gefällt mir

  16. Mike, was die Religionsfreiheit anbelangt, sehe ich die nicht gross gefährdet, eher etwas verbeult, weil Minarette kein wesentlicher Faktor sind im muslimischen Glauben. Anders sieht es mit der Rechtsgleichheit und der Diskriminierung aus. Wenn in unserer Verfassung steht, dass vor dem Gesetz alle gleich sind, kann man nicht in derselben Verfassung schreiben, dass zwar alle Religionen religiöse Symbole auf ihre Gotteshäuser stellen können, nur Muslime dürfen das nicht. Damit ist die Rechtsgleichheit ausser Kraft gesetzt und die Verfassung widerspricht sich selbst. Deshalb ist das Minarett-Verbot juristisch auch nicht haltbar. Und wenn alle Religionen etwas dürfen aber nur einer bestimmten Religion dasselbe verboten ist, handelt es sich um eine Diskriminierung aus religiösen Gründen. Fazit, diese Initiative ist verfassungswidrig und verstösst gegen internationale Menschenrechte, es ist blanker Irrsinn, dass man uns überhaupt darüber abstimmen liess.

    Gefällt mir

  17. Diana, ich gebe dir in deiner letzten Argumentation absolut recht. Es ist aber nicht das erste Mal, wo wir uns quasi selbst widersprechen. Ich wiederhole mich: es passiert immer dann, wenn sich durch unerwartete Entwicklungen, Missverhalten oder andere Faktoren eine Korrektur (!)aufdrängt. In diesem Sinne halte ich das Abstimmungsergebnis für eine schlichte Ausschlussklausel wie jeder andere Verfassungs-/Gesetzestext auch („ja, mit Ausnahme von XY“). Mit dem Argumentarium der Gegner könnte man fast jeden einschränkenden Verfassungstext in Abrede stellen, weil er irgend einer vorgängig definierten Freiheit widerspricht. Das gillt auch, wenn solche Definitionen supranational erstellt wurden: in diesem Sinne mag formaljuristisch im Moment eine gewisse Diskrepanz zwischen unserem Volksbeschluss und der EMRK bestehen. Letztere dürfte aber dem Druck aus der europäischen Bevölkerung ebenfalls nicht mehr allzu lange unverändert standhalten! Dass Schweizer sich nicht dem Credo „wer sich zu erst bewegt, hat verloren“ unterwerfen, passt hier hervorragend als Metapher…

    Gefällt mir

  18. Mike, wäre es eine Ausschlussklausel, wäre das juristisch vielleicht ok, ist es aber nicht. Resultat ist, dass es eine „absolute“ Rechtsgleichheit gibt, die in einem anderen, eigenständigen Artikel, gebrochen wird. Das ist aus juristischer sicht völlig absurd. Ich persönlich sehe auch keinen Grund, weshalb Rechtsgleichheit Ausnahmen brauchen würde und ich halte diesen Grundsatz für einen der wichtigsten in einer anständigen Gesellschaft. Diesen aufzugeben, wäre m.E. fatal.

    Wäre diese Initiative nur eine Ausnahmeklausel, müsste die Verfassung nun etwa so aussehen:

    Art. X: vor dem Gesetz sind alle gleich
    Art. X.1: ausser sie gehören zu einer muslimischen Religionsgemeinschaft und wollen Türme auf ihre Gebetshäuser stellen

    Art. Y: niemand darf aufgrund seiner Religion ….. diskriminert werden
    Art. Y.1: ausser er ist Moslem und will einen Turm auf sein Gotteshaus stellen

    Noch kurz zum „Volksbeschluss“, auch Demokratie hat Grenzen und muss diese haben. Oder wäre es akzeptabel, wenn das Schweizer Volk die Erschiessung aller Alten über 60 via Initiative lancieren würde? Eben dafür gibt es übergeordnetes internationales Recht, Demokratie ist kein Freibrief für Verstösse gegen Menschenrechte.

    Gefällt mir

  19. Da stossen wir auf des Pudels Kern. Ich (und mit mir wohl 57% der Bevölkerung) habe explizit NICHT den Anspruch, ein perfekter Gutmensch zu sein. Denn die Welt funktioniert nicht so. Es kann und darf nicht sein, dass eine Gesellschaft in fatalistischer Demut sämtlichen Ansprüchen gerecht wird.

    In diesem Zusammenhang ist es in jedem Falle legal, nein besser legitim, einer Entwicklung Einhalt zu gebieten, welche die Mehrheit nicht wünscht. Bevor Du es mit in den Mund legst, sage ich es gleich selber: Ja, ich finde es in Ordnung, eine Minderheit auf kleinerer, aber immernoch sehr vertretbaren Flamme zu halten, wenn sich dies mit Sitten oder Kultur der Gesellschaft erklärt. Auch wir Schwulen müssen akzeprieren, keine Kinder zu haben, ob es uns passt oder nicht. Umgekehrt erwarte ich als Minderheit auch schlicht und ergreifend nicht den Fünfer und das Weggli, das wäre unanständig (vgl. mein initiales Statement).

    Ich halte also bedingungslose Gleichmacherei und damit deren Instrumentierung über die Rechtsgleichheit für ebenso gefährlich wie diktatorische Gleichschaltung von Menschen. Ersteres schürt immer kulturellen Verdrängungskampf, letzteres den Ausbruch einer Mehrheit aus dem System. Ich finde, es muss einen gangbaren Mittelweg geben, in einer Demokratie der „herrschenden“ Mehrheit IMMER genüge zu tun, ohne die Minderheiten zu stark zu verletzen (GANZ ohne geht’s in den heutigen vermischten Welt nicht; „homo homini lupus“: diese Einsicht hatten schon die alten Römer und wir können es drehen und wenden wie wir wollen, der Effekt bleibt!). Das wäre mit dem Abstimmungsvotum der Fall. Wie man diese neue Ausgangslage juristisch ordnet, ist an und für sich zweitrangig. Man wird es irgendwie tun müssen, denn der Kontinent erwartet eine Neuregelung. Meine Schlusskonter: Unverschämtheit im Namen der Freiheit ist kein Freibrief für die Negierung von Demokratie.

    Gefällt mir

  20. Hier gehts ja ab! Das Thema polarisiert und das einzig positive daran ist, dass nun wirklich darüber gesprochen wird. Nur leider zu spät!

    @Pssst: Ich teile Deine Meinung und denke ebenfalls, dass dieses Gesetzt nicht mit den internationalen Verträgen und ebenfalls nicht mit den Menschenrechten konform ist. Wir dürfen gespannt sein was passiert, wenn der erste Fall vor das Bundesgericht kommt und allenfalls sogar noch nach Strassbourg weitergezogen wird.

    @Mike & Diana: Ich glaube, man muss das ganze differenzierter betrachten. Einerseits muss man als erstes eingestehen, dass es tatsächlich Probleme mit Einwanderern aus (aber ncht ausschliesslich) islamischen Ländern gibt. Hier treffen Kulturen aufeinander, die nicht einfach so miteinander funktionieren. Tatsächlich ist es so, dass einige Werte von (fundamentalistischen) Moslems mit unseren Werten nicht übereinstimmen und dies wohl nie werden.

    Aber diese Probleme, lieber Mike, dürfen nicht über so ein Verbot in unserer Bundesverfassung gelöst werden. Dafür stehen andere Mittel zur Verfügung. Die Verpuffung von Energie für diese Minarettinitiative ist skandalös, da es dabei nur um Drohgebärderei handelt.

    Der Bau von Minaretten sollte ganz einfach über die Bauvorschriften gelöst werden. Die wirklichen Probleme, um die es hier eigentlich geht, erfordern komplett andere Lösungen: Ideen hierzu wären z.B. der Integrationsvertrag. Hier wird genau festgelegt, wie sich der Einwanderer in usere Gesellschaft und unsere Rechtsordnung einzugliedern hat. Wird dieser Vertrag nicht eingehalten, wird strikte ausgewiesen. Bestandteile können sein: Akzeptanz des sekulären Staates. Das heisst Rechtsordnung kommt immer vor Religion (aber erzähl das mal denen von der EDU und anderen Fundi-Freikirchen-Sekten…) Schwimmunterricht, Kopftuch usw. alles mit dem Integrationsvertrag lösbar. Für Zwangsehen und Verstümmelungen, für die Diskriminierung von Frauen gibt es genügend Gesetze. Sie müssten nur eben strikte angewendet werden. Dafür braucht es aber auch einen Staat, der das leisten kann. Die SVP müsste dann halt mal aufhören den Staat zu reduzieren anstatt mit solch unsinnigen Verboten zu kommen.

    Apropos Verstümmelung. Wieso ist eigentlich das Beschneiden von männlichen Babies nicht verboten? Von meiner Warte aus gesehen, ist sie absolut mit der Verstümmelung von Mädchen zu vergleichen! Ich kenne etliche beschnittene Männer, die sich verstümmelt fühlen und sich eine Vorhaut wünschen. Warum dürfen das die einen, aber die anderen nicht? Bzw. warum verbietet man den einen sogar den Bau von Kirchtürm…äh sorry Minaretten und die anderen dürfen sogar ihre männlichen Babies verstümmeln?

    Zurück zum Thema und zusammengefasst: Ja, es muss Regeln geben für das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen. Ja, wir haben das Recht unsere Kultur zu erhalten und uns vor Übernahme zu wehren (obwohl ich ja glaube, dass dies nur ein Schreckgespenst ist und nicht wirklich stattfindet). Aber es ist zu prüfen, mit welchen Mitteln wir das tun. Das Verbot zum Bau von Minaretten ist dabei das schlecht geeignetste Mittel überhaubt. Sie löst nicht ein einziges der wahren Probleme. Sie befriedigt einzig das Bedürfnis von Menschen, die sich durch fremde Kulturen bedroht fühlen und sich nun gerne mit einem Befreiungsschlag wehren wollen. Ich sehe nicht, dass dies etwas bringt! Und sowas in unserer Verfassung. Sorry, Mike, da gehört es nun einfach nicht hin!

    Gefällt mir

  21. Lieber Stöps,
    mit deiner Zusammenfassung kann ich mich voll und ganz anfreunden. Ja, man kann diese Probleme anders lösen (dass sie massiverdings existieren, haben viele bisher offensichtlich geleugnet) und ja, es gehört nicht in die Verfassung und ja, man könnte das Eisbergthema „Minarette“ raumplanerisch lösen.

    Nur: Man tat es bisher schlicht nicht.

    So blieb dem erbosten Volk bloss, diese permanent als inkorrekt titulierte Grundsatzdiskussion an dieser Initiative aufzuhängen. Und das geschah nun auch entsprechend. Zu Recht.

    Die Empörung sollte sich meines Erachtens nicht gegen das -auch für Moslems offenbar recht marginale- Minarettverbot richten, sondern gegen eine gescheiterte Integrationspolitik, die konsequente Negierung von notwendigen klaren Massnahmen und die Nicht-Einführung von Spielregeln (du nennst den Integrationsvertrag als eine Möglichkeit) sowie die permanente Abstempelung von Leuten, welche dies alles forderten, als Rassisten. Es ist eine glasklare Konsequenz, dass sich derartige politische Inkorrektheit (sic!) gegenüber dem eigenen Volk bei der nächstbesten Gelegenheit entlüde. Und das war jetzt.

    Was wir nun mit den kleinen Türmchen machen, ist mir persönlich ziemlich egal. Aber ich will, dass wir endlich die Grenzen ziehen („ich sagte früher bereits „bis hierher und nicht weiter“ und „Schluss mit der frechen Ausreizung unserer kulturellen und rechtlichen Freiheit“). Deshalb hieb ich in dieselbe Bresche.

    Ich hoffe schwer, dass nun eine fruchtbare Diskussion in ganz Europa darüber in Gang kommt, welche Werte und Eigenschaften schützenswert sind und welche Massnahmen adäquat sind, dies umzusetzen!

    Gefällt mir

  22. @Stoeps: da hast Du Recht, wenigstens hat es eine epische Diskussion entfacht, die hoffentlich noch ne Weile nachwirkt. Vorallem sehe ich hier nicht nur die Diskussion über den Islam sondern auch über Toleranz, Grundrechte und die Grenzen der Demokratie. Leider wird diese Diskussion meist sehr gehässig geführt, das schätze ich hier mit Mike, wir sind zwar anderer Meinung, respektieren einander aber und können auch argumentieren ohne beleidigend zu sein.

    @Mike: Ich gebe Dir soweit Recht, dass auch Grundrechte beschnitten werden können. Aber eben weil es Grundrechte sind, darf das nur geschehen, wenn übergeordnete Interessen das erfordern. Beispiel Telefonüberwachung und Recht auf Privatspähre. Aber es wird ohne Minarette nicht einen Fanatiker weniger haben, nicht weniger Beschneidungen oder Zwangsehen, nicht weniger Jugendkriminalität oder Einwanderungen, es ändert sich nichts. Und es gibt auch keine aktuelle Bedrohung hier in der Schweiz, die so einen Eingriff rechtfertigen würde. Das einzige was es gebracht hat, ist, dass wir ein Zeichen gesetzt haben. Den Moslems, dass sie hier Menschen zweiter Klasse sind mit weniger Rechten und der Welt, dass wir wie der Iran Kirche und Staat nicht mehr trennen. Ich sehe wirklich nicht einen einzigen Vorteil, den wir daraus ziehen, aber wir haben eine riesige Religionsgemeinschaft beleidigt und unseren Ruf versaut. Wie Stoeps sagte, Minarette sind eine Frage des Baurechts, Beschneidung ist schwere Körperverletzung, Burkas verstossen gegen das Vermummungsverbot, Hasspredigten sind Volksverhetzung. Alle Probleme können angegangen werden, auch ohne dass wir unser höchstes Gesetz in einen Widerspruch verwandeln. Und wenn wir der Regierung einen Tritt in den Hintern geben wollen wegen der verfehlten Integrationspolitik, dann sollten wir diese treten und nicht eine Religion, die in unserer Politik gar nichts mitzureden hat.

    Was ich fast am schlimmsten finde an dieser Sache, abgesehen davon dass eine Religionsgemeinschaft beleidigt und ausgegrenzt wird, ist, dass letztes Jahr nach langen Verhandlungen endlich die erste christliche Kirche in Saudi Arabien erlaubt wurde. Das war der erste Schritt zur Vernunft, den ich aus dieser Region erlebt habe. Mit dieser Initiative torpedieren wir genau diese Bemühungen der Öffnung. Wie können wir weiterhin von diesen Ländern Religionsfreiheit erhoffen, wenn wir ihnen so vormachen, dass wir es da auch nicht so genau nehmen? Die Logik, wenn die böse sind, sind wir es halt auch, bringt niemanden weiter und entlarvt die selbst postulierte Ethik als Lüge. Wenn etwas richtig ist, dann ist das nicht davon abhängig, ob es anderswo falsch gemacht wird. Wir haben uns diesen Werten verpflichtet, gestern haben wir sie fallen gelassen.

    Und die Brandstifter von der SVP planen bereits den nächsten Angriff, diesmal auf das Kopftuch. Was wird als Nächstes kommen? Und wielange werden LGBT Leute wie wir noch auf auf die Grundrechte vertrauen, die explizit uns zugesprochen wurden?

    Gefällt mir

  23. Lieber Mike

    Darf ich Dich mal etwas persönliches fragen hier? Wo genau wirst Du von Moslems in Deinem eigenen Leben direkt, persönlich und spürbar eingeschränkt oder bedroht? Wo hast Du selbst direkt persönlich, also an Dir selbst erlebt, das Moslems hier problematisch sind?

    Ich unterstelle Dir jetzt mal etwas und falls ich mich irre, entschuldige ich mich auch schon mal prophylaktisch.

    Diese Frage habe ich nämlich bis jetzt schon etliche Male Minarett-Initiative Befürwortern gestellt. Weisst Du was das erstaunliche Resultat war? Niemand konnte mir bis jetzt eine solche persönliche Erfahrung schildern. Die ganze Angst vor dem Islam ist nämlich grösstenteils das Ergebnis der Panikmache von rechts. Die islamische Bedrohung in der Schweiz ist inexistent! Was wirklich existiert sind einzelne Probleme mit einer Minderheit einer Minderheit. Der ganze Hass und die Empörung sind hochgehyped von unseren konservativen und christlich fundamentalistischen Mitbürgern und der Presse.

    Die Probleme der Integration gehören gelöst. An der richtigen Stelle mit den richtigen Mitteln. Jegliche generalisierung grenzt eben doch an Rassismus. Du würdest ja auch nicht generell alle Männer als kriminell bezeichnen, nur weil es mehr männliche Kriminelle als weibliche Straftäter gibt, oder? Da sind wir uns doch einig, dass man im Einzelfall das Recht durchsetzen muss. Mit aller Härte und Konsequenz.

    Die Minarett-Initiative aber ist ein weiterer Meilenstein in einer bösartigen, menschenverachtenden Kampagne, die eine ganze Religionsgemeinschaft diskretitiert und radikalisiert.

    Ich kenne einige Türken, die hier schon seit über 10 Jahren leben. Oft sind das Menschen, die eben genau vor der Sharia und dem Fundamentalismus flüchten. Und weisst Du, ich kann verstehen (obwohl seit kurzem auch konfessionslos ;) dass die Menschen trotzdem ihre religiösen Symbole vermissen und suchen. Genau so wie Christen in den letzten paar hundert Jahren auf der ganzen Welt Kirchen erbaut haben. Übrigens ist auch das Christentum eine Sekte die vom nahen Osten die Schweiz überrollt hat. Ich muss wohl niemandem erzählen, mit welchen Greueltaten die Europäer christianisiert wurden. Dagegen sind die paar Minarette ja völliger Kinderkram.

    Wir haben die Verhältnismässigkeit absolut überschritten mit diesem Minarett-Verbot. Sie ist mit keinem vernünftigen Grund zu begründen. Ich höre immer nur „Empörung“ und ähnliches….Emotionalität soll ihren Platz haben, aber ich bleibe dabei, nicht in der Bundesverfassung.

    Diese Empörung ist absolut hochgehyped und wie immer in solchen Situationen gibt es einen Profiteur. Diesen zu entlarven ist immer das spannendste.

    Nun frage ich Dich. Wer könnte denn aus welchem Grund von diesem Hype und der künstlich hochgeschraupten Empörung profitieren???

    Rate selbst! Ich gespannt auf Deine Ideen! Ich sage Dir dann auch, wie ich das sehe!

    PS: Schön das wir mal wieder zusammen ins Gespräch gekommen sind und auch wenn ich komplett anderer Meinung bin als Du, ich hug Dich jetzt mal so richtig! :)))

    Gefällt mir

  24. Moin Stöpsilein,

    die Frage nach der ganz persönlichen Betroffenheit ist absurd. Ich kenne auch niemanden persönlich, der in irgendeinem Krieg durch Waffen verletzt worden wäre und habe mich trotzdem für die Annahme der Initiative entschieden. Mir îst auch kein Kind bekannt, welches sich bei mir über schulische Überforderung ausgeweint hat, ergo habe ich auf kantonaler Ebene die Initiatibe „Nur eine Fremdsprache an der Primarschule“ abgelehrt. Also: was soll das? Man kann Sachlagen durchaus beurteilen, auch wenn man davon nicht direkt betroffen ist; der Mensch tut dies täglich mehrere Mal aufgrund von visueller und audibler Information, Gefühlen (ja, sie sind wichtig!). Und zu solcher Information gehören die wahrnehmbaren Probleme der Integration. Dass es trotz linkslastiger Presse davon immer mehr gibt, gibt mir Anlass, die Theorie „Minderheit der Minderheit“ zumindest bezüglich ihrer Signalwirkungen auf weitere zu hinterfragen.

    Und wenn wir schon dabei sind: Einige Türken, die ich privat und geschäftlich kenne, sind dermassen integriert, dass sie schon fast so reden wie ich. Noch Fragen? Diejenigen, welche damit Mühe bekunden bzw. sich ihr verweigern, werde ich wohl nie kennenlernen. Dazu geben sie mir die Chance wohl weniger als ich ihnen…

    Zurück zur ursprünglichen Islamisierungsdebatte: Wenn ein türkischer Staatschef Erdogan immer wieder sagt „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unserer Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“, dann ist eine solche Aussage sicher nicht dazu geeignet, mein Unbehagen zum Thema Integration und Religionsfrieden zu zerstreuen und ich nehme mir folglich die Freiheit, dazu den nächstebesten Mechanismus zu benutzen, der sich mir bietet, um auszudrücken, dass ich eine solche Entwicklung missbillige. Wenn man etwas herumhört, dann haben viele Leute die Schnauze einfach voll, den Bückling zu machen und im Namen der Freiheit die Dummen zu markieren.

    Zum Thema „hochgehyped“ bin ich selbst etwas ratlos. Der Ursprung des Befindens ist meines Erachtens nicht künstlich hochgehyped (vgl. vorangegangene Bemerkung betr. Positionierung der Presse). Hingegen sind die jetzigen Reaktionen von Presse und einzelnen Politikern mit ihren mächtigen Sprachrohren für mich nicht ganz einsichtig. Ein Land verbietet, ein religiöses Symbol, tastet aber ansonsten nicht an seiner Religionsfreiheit und die nach wie vor verbleibende Freiheit in Handeln und Denken sucht nach wie vor ihresgleichen. Noch nie hat man sich über andere Länder auch nur ansatzweise echauffiert, obwohl sie Menschenrechte, Religionsfreiheit und Andersdenkende mit Füssen treten. Das ist verlogen und erklärt sich allenfalls mit wirtschaftlichen Partikularinteressen. Was sich sicher nicht besänftigend auf die Leute in Europa auswirken wird, welche sich beschissen fühlen, weil SIE nämlich zu diesem Thema -im Gegensatz zu uns Schweizern- gar keinen Kanal haben…

    Gefällt mir

  25. Lieber Knuffelmike ;)

    Die Frage nach der persönlichen Betroffenheit mag hypothetisch sein, aber sie ist mitnichten absurd! Wir bilden uns unsere Meinung aufgrund dessen das wir entweder selbst erleben in unserem Umfeld, oder aufgrund dessen, was wir von anderen erfahren. Meiner Meinung nach ist das, was wir selbst erleben die verlässlichere Quelle. Hingegen ist Dein Vergleich mit Krieg an den Haaren herbeigezogen, denn da ist die Grausamkeit ausreichend mit bestätigten Opferzahlen, Bildern (wenn auch ab und zu manipuliert) hinlänglich belegt.

    Was die Islamisierung angeht, sind es Einzelfälle, die unsere Meinung machen. Wie Du selbst sagst, die meisten Türkinnen und Türken die ich kenne sind derart gut integriert, dass wir sie kaum identifizieren können bis wir ihre Namen hören. Ich bin der Meinung, das aber genau diese gut integrierten Menschen die grosse Masse ausmachen. Die paar fundamentalistischen Imame (könnte man diese in der Schweiz ausbilden und sie zertifizieren, wäre auch da eine Handhabung gegeben) und die fundamentalistische Gruppe bilden eine derart kleine Minderheit, das da nicht von einer ernst zu nehmenden Gefahr ausgegangen werden kann. Wie so oft wird mal wieder eine ganze Gruppe über den gleichen Kamm geschärt.

    In der Schweiz deshalb von einer Islamisierung zu sprechen ist lachhaft. Etwa genau so lachhaft, wie als im Sommer von der Homosexualisierung die Rede war. Alles nur fauler Budenzauber!

    Und nochmals Mike: Der Grundtenor Deiner Aussage könnte man als „der Zweck heiligt die Mittel“ deuten. Und genau dieser Meinung bin ich absolut nicht. Will man wirklich etwas erreichen, muss man die richtigen Instrumente wählen. Dieser diskriminierende Rundumschlag ist dazu absolut nicht geeignet und, entschuldige meine direkte Art, äusserst infantil. Da nur Minarette verboten wurden, ist es auch, das könnt Ihr Befürworter drehen und wenden wie ihr wollt, im Sinne des Wortes absolut diskriminieren. Würden sämtliche religiösen Symbole im öffentlichen Raum verboten, also auch Kirchtürme mit nervigem Gockengeläut, dann wäre es ja wieder in Ordnung und nicht mehr diskriminierend. Übrigens ein Schritt, den ich absolut unterstützen könnte.

    Was übrigens der Erdogan verzapft, ist mir ehrlich gesagt absolut Wurscht! Es mahnt mich höchstens daran, wie wichtig es ist, Kirche und Staat ausdrücklich zu trennen und dass wir als Staat aufgefordert sind, dies auch grundsätzlich unabhängig von jeder Religion, durchzuziehen. Und zwar mit aller Wehemenz und Härte. Mir persönlich ist auch der Einfluss der christlichen Kirche in unserem Land viel zu stark! Ich bin zum Beispiel auch für eine rigorose Abschaffung der Kirchensteuer. Auch der Status von „Landeskirchen“ ist für mich völlig abstrus und hat in einem sekulären Staat absolut nichts verloren.

    Wenn wir das Thema so anpacken würden, wäre es weder rassistisch noch diskriminierend. Dann wäre es auch wirklich wirkungsvoll. Schöpfen wir dann noch die rechtlichen Mittel voll aus, lösen wir auch sämtliche anderen Probleme wie Absenzen im Schwimmunterricht bis Diskriminierung der Frauen.

    Weisst Du, ich kann nachfühlen wieso so viele die Initiative angenommen wurde und ich muss es auch akzeptieren sonst würde ich auf die Demokratie pfeiffen. Aber für gut befinden muss und kann ich dieses Gesetz niemals! Zumal ich, wie im vorigen Kommentar schon angetönt, den Verdacht habe, dass diese Initiative nur ein Bubentrick für eine ganz andere Absicht ist. Denn die alles klärende Frage ist immer, wer profitiert ganz konkret von so etwas? Du? Deine Mit-Ja-Sager? Ach woher!

    Ich nehme an, Du wirst schon gehört haben, wie schnell aus SVP Kreisen verlangt wurde, sämtliche internationalen Verträge zu kündigen, die allenfalls zu rechtlichen Probleme betreffend der Minarett Initiative führen könnten. Klingelt da nicht etwas bei Dir im Oberstübchen? Also bei mir fiel der Groschen sofort nach dieser Aussage!

    Die SVP würde ja schon lange am liebsten aus sämtlichen internationalen Verträgen aussteigen. Bei der SVP lebt man ja nach der Maxime „alles Scheisse ausser Mutti“ Wobei Mutti für rechtsgerichtete, konservative, rückständige und patriarchal gepolte Schweizer steht. Geht es nach der SVP, käme die Schweiz ja ohne jegliche Verantwortung und Zusammenarbeit gegenüber und mit der internationalen Gemeinschft viel besser weg. Doch nun es ist halt einfach so, dass wir nicht alleine auf dieser Welt leben. Die Probleme die in den nächsten Jahrzehnten gelöst werden müssen, kann kein Land alleine lösen. Wir brauchen die anderen genauso, wie sie uns brauchen. Der Traum vom völlig autarken Inselstaat Schweiz ist absurd und idiotisch. Aber genau dahin will uns die SVP steuern. Und die Minarettinitiative ist ein Meilenstein dorthin. Wenn dank Ihr Verträge mit Uno usw. gelöst werden und wenn die Schweiz sich nicht mehr an Menschenrechte halten muss…dann wirst Du sehen und erleben, dass nicht die Moslems uns überollen und übernehmen, sondern das wir von den ewig gestrigen Holzköpfen ins Mittelalter zurück gebeamt werden. Und dann lieber Mike, dann dürfen sich nebst vielen anderen Minderheiten lesbische, transidente und schwule Menschen wie Du, Diana und ich und alle anderen uns auf etwas gefasst machen dürfen! Sind die Moslems erstmal alle verbrannt, wer kommt als nächstes? Wahrscheinlich wir! Und Du darfst Dich dann rühmen, selbst ein Holzscheit für Deinen Scheiterhaufen herbeigeschleppt zu haben.

    Ich mag ja Barbeque, aber nicht so!

    Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint! Und das trifft bei der Minarettinitiative am allermeisten zu!

    Gefällt mir

  26. Stöpsilein,
    gut, dass wir knuffeln und politisieren trennen können ;-). Denn bei letzterem kommen wir kaum auf einen grünen Zweig. Schliesslich lieferst du in deiner letzte Konter wieder dermassen viel Futter für eine befürwortende Argumentation: Ja, könnte man, hätte man. Zertifizierung, cool! Aus internationalen Verträgen aussteigen, von mir aus (die kriminelle EU-Wirtschaftsmafia brauchen wir nicht, aber das wäre eine besondere Diskussion).
    Doch, in diesem Sinne heiligt der Zweck ausnahmsweise die Mittel. Wir stehen europaweit am Wendepunkt der demokratischen Geschichte, wo sich die Politysteme wieder langsam zu oligarchen strukturen wandeln (das ist keine Behauptung, sondern wird offiziell in jedem Wirtschafts- und Sozologiestudiom so gelehrt). Diesem Effekt widersetze ich mich. Nchmals: könnte das breite Volk unserer Nachbarstaaten dies ebenfalls, sie hätten es längst getan. Islamistische Kreise, kriminelle Migranten oder Sozialschmarozer in den eigenen Reihen nutzen diese poliische Lethargie schamlos für sich aus, und die Linke applaudiert und zelebiert den unrealistischen Traum einer flauschigen Multikulti-Gesellschaft, statt ihnen anständig, aber beherzt übers Maul zu fahren. Es wird langsam, aber sicher etwas viel.

    Ja, das Risiko eines Kollateralschadens existiert. Das Risiko eines Totalschadens, wenn wir nichts tun und weiter stillhalten (so wie es ausländische Exponenten jedwelcher Nutzniesserschaft von uns erwarten), ist für unser Volk aber m.E. viel grösser. Dann HABEN wir nämlich -um auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen- irgendwann eine rasch wachsende islamische Gemeinschaft, welche irgendwann auch in der Basis solche Rechte einfordert. Solche Effelte der kritischen Masse gab und gibt es immer wieder (wir kennen Sie aus der demokratischen Öffentlichkeitsarbeit sehr gut selber).

    Lass uns also lieber darüber diskutieren, was in dieser Situation, wo die Regierung nicht länger Volksängste ignorieren und Meinungen abwertend negieren kann, zu tun ist. Einige konsensfähige Ansätze hast du selber gebracht. Was dürfen wir von ihnen erwarten, und was sie von uns? Und fast wichtiger: was passiert, wenn diese Eckpfeiler verletzt werden? Es ist Zeit, dass nun eine konstruktive Diskussion einsetzt.

    Wann knuffeln wir wieder? ;)

    Gefällt mir

  27. Für die gehäuften Tippfehler bitte ich um Verzeihung, es ist irgendwie unbequem, bei fahlem Licht und wolldeckenverhülltem Gebein die Tasten des auf der Hüfte ruhenden Laptops zu bedienen. Man reiche mir ein Getränk. :-)

    Gefällt mir

  28. Was mich wundert ist ja auch dass die direkte Demokratie so hochgehalten wird. Die Schlauheit der Massen ist ein ziemliches Wagnis, da Menschen immer empfänglich für Propaganda und Panikmache sind. Und so ein Referendum drückt im Prinzip nur aus, welche Interessengruppe am meisten Werbung gemacht hat.

    Gefällt mir

  29. Schaps, du hast hier völlig recht: Die Abstimmungswerbung müsste man regeln, denn natürlich ist jeder für solche Messages empfänglich (selbst wenn man sich selber für absolut autark entscheidend hält). Krass gesehen hat man das bei der Abstimmung über die biometrischen Pässe, wo die Presse -diametral zur jetzigen Situation- die triftigen Argumente der gegner totgeschwiegen, ja regelrecht zensiert haben.

    Ich persönlich behelfe mir immer mit einem Trick: Wenn ich die Abstimmungsunterlagen erhalte, stimme ich brieflich oder elektronisch immer innert 5 Tagen aufgrund des Initiativ- bzw. Verfassungstextes. So sehe ich mich solcher Propaganda erst gar nicht gross ausgesetzt, denn die setzt in grossem Stil erst später ein.

    Gefällt mir

  30. Eigentlich sollte man die Klappe halten, wenn man sich nicht so gut auskennt. Aber da ich das nicht lassen kann, möchte ich Folgendes zu dem Thema beitragen (habe mich bemüht die zahlreichen Kommentare durchzulesen):

    Irgendwann wurden Menschen aus anderen Ländern in unser Land gelassen (ich bin aus Deutschland, denke aber, dass es in der Schweiz ähnlich aussieht). Nun brauchen wir sie nicht mehr, denn sie haben ihre niedrigen Arbeiten (Bergmann, Putzfrau & Co.) erledigt. Doch sie und ihre Kinder und Kindes Kindes leben hier. Und sie leben IHR Leben. Sie essen kein deutsches Sauerkraut und sprechen auch nicht unsere Sprache. Sie tolerieren unsere Religionen nicht (ich bin übrigens nicht für Religionen) und sind respektlos unserer „Kultur“ gegenüber. Doch auf der einen Seite ist es jetzt zu spät darüber nachzudenken oder radikale/rassistische Maßnahmen einzuführen (das gilt meiner Meinung nach auch für die Schweiz).

    Es bleiben also 2 Fragen für mich offen: a) Wieso darf rechte Werbung betrieben werden? und b) Warum unternimmt niemand etwas gegen einen angebliche Religion, die tötet und Menschen mit anderem Glauben die Freiheit zum Atmen nimmt?

    Meine Punkte wurden von euch teilweise schon angesprochen. Ich kann auch die Argumente von @Pia gut verstehen, aber ich heiße sie nicht gut. Denn wenn irgend ein Land anfängt (wie z.B. die Schweiz) die Freiheiten von Menschen einzuschränken, die sie einst respektiert und zugelassen haben, dann muss dies meiner Meinung nach schnellstens untersagt werden und Menschen, die auf solche Werbestrategien eingehen ebenfalls. Manipulation ist ein Stichwort, was uns jeden Tag umgibt – manche merken es mehr und andere weniger.

    Ganz herzliche warme Grüße an euch ALLE. <3

    Gefällt mir

  31. P.S.: Ich habe oben einen Gedanken nicht zu Ende gedacht: wir sind alle freie Menschen und natürlich kann auch jeder seine Religion ausüben. Von mir aus auch in Deutschland oder in der Schweiz. Aber der Respekt, der vom Islam nicht kommt, der ist mir persönlich sehr wichtig. Deshalb habe ich mit der Religion ein Problem – mit allen Religionen. Und da sind mir Gebetshäuser wie Minarette egal – die Religionen sind meiner Meinung nach das eigentliche Problem! Nur mal ergänzend. Danke. :-)

    Gefällt mir

  32. Ein bewegender post. Als ein in der Schweiz lebender Deutscher machen auch mir solche Abstimmungen Sorge. Ganz allgemein und ganz persönlich. Während wir (zumindest in Ostdeutschland) permanent auf unseres Volkes Schuld hingewiesen wurden und jeder Deutsche dahingehend sehr sensibel ist und den Themen Rassismus und Minderheiten lieber aus dem Weg geht, als sich dazu überhaupt zu äussern, merkt man im schweizer Alltag diese Sensibilität nicht. Auch wenn die Schweizer gemeinhin als sensibler gelten als ihre nördlichen Nachbarn (was auch ein fast rassistisches Vorurteil ist), sind sie es bei diesen Themen eben leider gar nicht. Etwas mehr Selbstreflexion würde auch hier nicht schaden, um das Bewusstsein für den Rassimus im Alltag zu stärken. Ich bin allerdings ebenso froh, dass solche Themen in Deutschland gar nicht erst abgestimmt werden. Die Ergebnisse wären unter Umständen ähnlich. Auch wenn Schweigen das Problem nicht löst, ist eine Abstimmung dieser Art ein deutliches Zeichen in eine beängstigende Richtung.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s