Fragmente 1.7 – Ein Rätsel kündigt sich an


xb2345

Was bisher geschah:

Fragmente 1.0 – Anne / Fragmente 1.1 – Aufbruch

Fragmente 1.2 – Anruf aus der Vergangenheit / Fragmente 1.3 – Raoul

Fragmente 1.4 – Ein neuer Traum / Fragmente 1.5 – Gefahr droht

Fragmente 1.6 – Verborgene Wahrheit

Es klickte abermals in der Leitung und das Rauschen verminderte sich plötzlich. „Anne? Hier ist Raoul!“ Ihr fiel ein Stein vom Herzen. Ihr Vater und Sandra blickten sie voller Erwartung an. Sie nickte ihnen zu. „Raoul, ist alles in Ordnung bei Dir?“ fragte sie. „Ja, alles in Ordnung!“ antwortete er leise. Aber am Flüsterton und einem kaum wahrnehmbaren Vibrieren in seiner Stimme konnte sie erkennen, dass nichts in Ordnung war. „Wo bist Du?“ fragte sie. „Das will ich am Telefon nicht verraten, ich glaube nämlich, dass es abgehört wird!“ fuhr er weiter. Er erzählte Anne, dass er immer noch verfolgt würde und deshalb untergetaucht sei. „Ich kann niemandem trauen, deshalb werde ich mir ein neues Handy besorgen und Du, liebe Anne, solltest das gleiche tun!“ Anne überlegte fieberhaft und es wurde ihr schlagartig klar, dass sein Rat richtig war. Schliesslich wies der Mord an Nick klar genug darauf hin, dass auch sie hier in Gefahr sein könnte.

„Anne, ich brauche etwas von Dir, aber ich will am Telefon nicht darüber sprechen. Du wirst von mir eine verschlüsselte Nachricht erhalten. Ich bin überzeugt, dass Du das Rätsel lösen wirst. Dann wird Dir auch klar sein, worum es geht. Dein Vater wird Dir mehr darüber erzählen können. Frage ihn nach XB2345. Er wird wissen worum es geht!“ Anne brannten tausend Fragen auf der Zunge, aber Raoul verabschiedete sich sogleich wieder und versprach, sich wieder zu melden, sobald er ein neues Mobiltelefon besorgt hätte. „Dann werden wir reden können!“ fügte er hinzu und sagte „Anne, ich würde Dich so gerne sehen! Ich bin todtraurig, dass ich im Moment nicht zu Dir kommen kann. Aber es ist einfach zu gefährlich. Warte auf meinen nächsten Anruf!“ Es klickte wieder in der Leitung und bevor Anne etwas erwidern konnte, legte Raoul auf.

Sandra und Annes Vater blickten sie neugierig an. Das ganze Gespräch über hielt Sandra ihre Kaffeetasse vor ihren geöffneten Lippen um zu trinken, aber die Spannung hatte sie erstarren lassen. Mit einem leichten Kopfschütteln löste sie sich aus ihrer Stasis. „Und? Was hat Raoul gesagt?“ fragte sie und auch Annes Vater stand diese Frage ins Gesicht geschrieben. Anne erzählte, was sie von Raoul erfahren hatte. Als sie „XB2345“ erwähnte, weiteten sich die Augen von Annes Vater. „Die Falle!“ platzte es aus ihm heraus. „Was?…“ wollte Anne nachfragen, als er weiterfuhr: „Raouls Vater hatte damals Hinweise gefunden, die darauf hindeuteten, dass die Fundstelle eine falsche Spur sein könnte!“ Anne und Sandra drängten ihn weiter zu erzählen.

Annes Vater machte eine Pause und genoss die Aufmerksamkeit. „Es könnte sein, dass es zwei Bibliotheken gibt! Eine die relativ leicht zu finden war und die nur einige wenige, unbedeutende Schriftstücke enthielt. Genug um jemanden zu täuschen. Wir vermuteten, dass es sich beim Fund um eben diese falsche Fährte handelte, nur fanden wir keine weiteren Hinweise, die uns zur richtigen Bibliothek geführt hätten.“ Er erzählte weiter und berichtete, was es mit „XB2345“ auf sich hatte. Es war ein Codename, den sie dem Thema gaben, denn sie wollten nicht, dass die Theorie der zwei Bibliotheken bekannt wurde.

„Dass Raoul diesen Code erwähnte, könnte bedeuten, dass sie weitere Hinweise zur zweiten Bibliothek gefunden haben, oder vielleicht sogar die Bibliothek selbst!“ kombinierte Anne. Ihr Vater nickte. „Aber, was könnte Raoul von mir wollen? Wie könnte ich ihm wohl helfen?“ fragte Anne. Doch ihre Frage sollte noch eine Weile unbeantwortet bleiben.

Nachdem sich ihr Vater auf den Heimweg gemacht hatte und Sandra zum Einkaufen gefahren war, sass Anne noch lange in der Küche und dachte über die Ereignisse der letzten Tage nach. Sie hatten viel Energie gekostet und Anne fühlte sich todmüde. Sie stand vom Tisch auf und räumte das Frühstücksgeschirr ab. Sie beschloss sich nochmals kurz hinzulegen, bevor sie sich ein neues Handy, mitsamt neuer Telefonnummer, besorgen wollte.

Als sie es sich auf der Couch im Wohnzimmer gemütlich gemacht hatte, fielen ihre Augen schnell zu. Ihre Atemzüge wurden ruhiger, tiefer und langsamer und sie tauchte vertauensvoll ab in die liebevolle Dunkelheit des Schlafes. Doch plötzlich hörte Anne ein klopfendes Geräusch. Sie setzte sich auf und blickte zum Wohnzimmerfenster. Aber dort war niemand zu sehen. Sie stand auf und ging näher, um hinaus zu sehen. Blitzartig durchfuhr sie der Gedanke, dass sie vorsichtig sein musste. Hatten Nicks Mörder vielleicht doch schon herausgefunden wo sie sich aufhielt? Sie bewegte sich aus dem Sichtbereich und drückte sich mit dem Rücken zur Wand links neben den aufgezogenen Vorhang. Ihr Herz klopfte wild bis zum Hals, ihre Hände wurden feucht und Gedanken tobten durch ihren Kopf.

Vorsichtig versuchte Sie einen Blick zu erhaschen und sah einen Schatten. Ihr Blut gefror in ihren Adern. Sie fühlte wie die Panik Besitz von ihr ergriff und doch zwang sie sich, einen weiteren Blick zu riskieren.

Anne hielt ihren Atem an und schaute ein zweites Mal vorsichtig hinaus und was sie sah, liess den Boden unter ihren Füssen wanken.

Weiter mit Fragmente 1.8 – Die Warnung

13 Gedanken zu „Fragmente 1.7 – Ein Rätsel kündigt sich an

  1. Mensch Stoeps, wie kannst du denn jetzt aufhören? Mein Spannungsbogen ist kurz vor dem Zerreissen! Mir laufts eiskalt den Rücken entlang… Du hast es geschafft, dass ich jetzt wirklich wach bin…

    Ich bin gespannt auf die Fortsetzung (quäl mich BITTE nicht so lange), LG Teenudel

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  2. @teenudel: naja, wenn man erstma verheiratet ist, dann geht wohl alles was langsamer *lach*

    @stoeps: beweg deinen arsch ähh finger und klatsch hier die fortsetzung rein!! aber zackig!!!!

    @teenudel: siehste, SO muss man mit ihm sprechen :mrgreen:

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  3. Nervenkitzel allerfeinst, werter Herr Stoeps!

    Mit dem hinreißenden Fräulein Wombat als Antreiberin werden 1.000 Manuskriptseiten ein Klacks sein …

    Und Viktor meint, er könne sich das durchaus vorstellen mit der Filmmusik und lässt fragen, ob im Plot eventuell ein Wiener Gebrauchtwagenhändler auftaucht?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

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  4. @Teenudel: Ich musste hier aufhören, weil der Post sonst zu lange wäre und damit ich sicher bin, dass Du auch die Fortsetzung lesen wirst, musste ich es doch etwas spannend machen ;-)

    @little-wombat: Du hast natürlich voll recht :-) Und auch sonst habe ich im Moment viel zu tun im Geschäft. Aber, es wird sicher weitergehen! Muss ja aber auch erst geschrieben werden und die Inspiration muss auch immer wieder da sein. Was nicht immer auf Knopfdruck gelingt. Und ja, Herrin, Dein Schreibsklave wird sich bemühen! Nicht hauen bitte!

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  5. *lach* hast du ein glück, daß mein lederoutfit daheim im „spielkeller“ ist *prust*, aber dafür hast du ja deinen mann! 8-)

    ok, wenn du noch nichts vorgeschrieben hast, ist klar, dass das nicht auf kommando geht. hätt ja sein können, daß du vorgeschrieben hast und es dann peux „a peux online stellst…

    ich freu mich jedenfalls auf die fortsetzung! *hibbeligbin*

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  6. Fröilein Wombat, werter Herr Schoss, im Lederoutfit mit der Peitsche knallend, ist allerdings ein Garant für schnelles Arbeiten! Vor allem, wenn Sie nebenher noch Serbis, nach Mamas unschlagbarem Rezept, kocht.

    Richten Sie, werter Herr Schoss, Viktor doch meinen herzlichsten Dank aus. Ich werde versuchen, ein gutes Wort für Ihn einzulegen. Wissen sie zufällig, ob der Wiener Gebrauchtwagenhändler auch Handys mit unregistrierten SIM-Karten verkauft?

    @little-wombat: Mein Mann, liebes Pelztier, ist eben auch im Lederoutfit im Spielkeller, was mich aber eher von der Arbeit abhält ;-) Und tatsächlich, jede Folge ist sozusagen live und kommt dampfend heiss a la minute aus der Blogküche :-) Deshalb bleibt die Geschichte auch für mich spannend, da auch ich nur in ganz groben Zügen weiss, wo Anne der Plot hinführen wird.

    Dran bleiben! :-)

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  7. stoepsi-hasi, ich komme doch aus croatien! *grmpf* da bin ich schon bissl eigen ;-)

    aber recht hast du, ich im domina-style… was gibt es für heteros geileres?! aber wir schweifen ab, merk ich grad. egal, wenn es leser bringt und dich zum schnelleren schreiben und hr. schoss nehm ich mir dann als erstes vor! *kicher* 8-)

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  8. @little-wombat
    Danke für deinen Tipp ;-) ich werds mir merken und in meinem nächsten Leben werde ich gleich am Anfang die Zügel straff ziehen (hätt ich bei meinem Mann auch machen sollen, nu is es zu spät)

    @stoeps, du Held meines Tages,
    DU und nur du, darfst mich ein bisserl auf die Folter spannen. Also ich hoffe, dass dir dein Mann genügend Zeit zum Schreiben läßt und die Ledersession nicht zuuuuu lange dauert ;-)

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  9. @ stoeps

    Das muss bei mir am Föhn liegen, da bin ich immer ein bisserl „anders“ (oder wie mein Junior sagte, „noch mehr anders als sonst“… was für eine Grammatik *augenroll*)

    @little-womat

    Mir wirds sicher gut bekommen, aber den Männern?

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  10. @teenudel: wie es denen bekommt iss doch wurscht, bissi egoismus ist nie verkehrt! *lach*

    so leut, jetzt kommen wa aber wieder in ein normales niveau, bitte! *hüstel* :mrgreen:

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