Nobel soll die Welt zu Grunde gehen

Foto von www.tschuggen.ch

Ein soziales Experiment der Sonderklasse erwartet mich ab morgen Donnerstag bis Sonntag. Zu meinem 40sten Geburtstag hat mir mein Liebster ein Aufenthalt für 4 Tage im Hotel Tschuggen in Arosa geschenkt. Ein absoluter Luxus-Schuppen.

Es werden mich zwiespaltige Tage erwarten. Einerseits werde ich schönes Design geniessen, lust- und genussvoll dinieren, luxuriös wellnessen und mich dabei im 7. Himmel wähnen. Andererseits – irgendwie schäme ich mich fast dafür, solchen Luxus geniessen zu dürfen. Andere Menschen kämpfen ums nackte überleben und ich werde mir überlegen müssen, ob ich nun mal Kaviar probieren soll oder doch lieber den Hummer bestelle.

Wenigstens muss ich nicht damit rechnen, dass hinter den Zäunen des Hotelkomplexes die Slums beginnen. Etwas dass mich bis jetzt von Reisen auf den afrikanischen Kontinenten oder nach Indien abgehalten hat.

Nun denn, vielleicht sehe ich ja ein paar reiche Chinesen, denen ich dann ein deutliches „Free Tibet“ entgegenrufen kann, das würde mein Gewissen dann wieder wesentlich entlasten.

Nun denn, ich werde die bittere zuckersüsse Pille tapfer genussvoll schlucken und die Tage im Überfluss natürlich trotzdem geniessen. Sicher wartet die eine oder andere nette Situation, deren Beobachtung lohnt und ich hoffe, Euch hier das eine oder andere Müsterchen erzählen zu können.

In diesem Sinne – wünsche ich Euch allen genussvolle Tage nach Ostern!

Herr K. und das Leid – eine wahre Geschichte

Ich nenne ihn hier einfach mal Herrn K.. Natürlich heisst er nicht wirklich so, aber es gibt ihn wirklich. Also dieser Herr K. war depressiv. Wohl schon seit seiner Jugend. Aber Herr K. wusste das gar nicht und er brauchte auch sehr lange, bis er es selbst realisierte. Und um dies zu merken hatte sich Mutter Natur, oder wer auch immer, eine fiese Zugabe ausgedacht. Schlagartig verwandelte sich die einfache Depression und Herr K. wurde manisch-depressiv mit sporadisch auftretenden psychotischen Schüben.

An einem schönen Sonntag Nachmittag sagte Herr K. plötzlich zu mir: „Das Gespräch gestern Abend hat mir sehr gut getan. Nun ist mir plötzlich alles klar! Alles!“. Wie „Alles“ dachte ich und fragte neugierig nach: „Alles? Ja wie Alles? Eben Alles?“

Er nickte bedächtig und als meine Augen seinen Blick einfingen, wurde mir schlagartig klar, da sitzt nicht mehr die gleiche Person vor mir. Der Blick war star, fixierte einen weit entfernten, imaginären Punkt. „Alles!“ sagte er noch einmal bekräftigend und ich bekam es plötzlich mit der Angst zu tun. Was passierte hier? Das Herz klopfte mir bis zum Hals und ein schlimmer Gedanke jagte die nächste noch viel schlimmere Vision.

Ich sah Herrn K. schon in die Küche rennen und mit einem grossen Messer zurück kehren.

„Ich weiss jetzt wirklich Alles…“ fing er wieder an. Ich sass wie gebannt auf dem Sofa und liess seine Augen keinen Moment ausser Acht. „…wie das Leben funktioniert, wie uns die übermächtigen Schweinehunde von Wirtschaftsbossen und korrupte Politiker manipulieren, missbrauchen und uns zur Konsumprostitution zwingen. Wie die Männer seit Jahrhunderten die Frauen mit Psychoterror und körperlicher Gewalt unterjochten, in der Angst die Frauen könnten eines Tage realisieren, dass sie das stärkere Geschlecht sind. Und wie die Männer die Homos unterdrückt haben aus Angst vor ihren eigenen Gefühlen.

Plötzlich stand Herr K. auf und fing an sich auzuziehen. Mir stockte der Atem!

Jedes Kleidungsstück landete mit einem verächtlichen „Konsumterror!“ in einer Ecke und bevor ich mich versah, stand Herr K. nackt auf dem Balkon.

Draussen war Sonntag Nachmittag. Schönes Wetter und die Nachbarschaft genoss das Leben im Freien. Bevor ich etwas unternehmen konnte, legte Herr K. auch schon los: „Ich habe sie alle durchschaut! Beugt euch nicht mehr dem Konsumterror! Ab morgen wird alles in den Läden umsonst sein. Heute Nacht werden alle Menschen die Wahrheit herausfinden und ab Morgen leben wir in einer neuen Welt!“

Ich versuchte Herrn K. wieder in die Wohnung zu kriegen. Aber dieser Kerl hatte eine unglaubliche Kraft entwickelt und nichts konnte ihn bewegen.

Nachdem der Hausarzt mir notfallmässig Valium besorgt hatte, konnte ich Herrn K. damit wieder etwas beruhigen. Am nächsten Tag schleppte ich ihn dann zur Therapeutin und weigerte mich standhaft Herrn K. stationär behandeln zu lassen.

Es wurde eine harte Zeit. Viele Dispute endeten in Weinkrämpfen, Zusammenbrüchen und Herr K. verbrachte viele Tage seines Lebens im Bett, aus Angst das Leben könnte ihn das Leben kosten.

Herr K. lebt heute wohl einigermassen gut mit seiner Krankheit.

Aber was ist mir aus dieser Zeit geblieben? Fragen! Viele verstörende und verwirrende Fragen!

War Herr K. wirklich verrückt? Hatte das was er sagte und wortreich proklamierte nicht irgendwie eben doch Sinn? Oder hat er nur die Brille, den Filter verloren, der ihm wie uns sogenannt „Gesunden“ das reibunslose Funktionieren in einer menschenfeindlichen Gesellschaft und Umgebung ermöglicht hat? Sind vielleicht wir es, die verrückt sind? Verrückt im Sinne des Worte gemeint: Ver-rückt.

Lange Jahe haben mich diese Fragen immer wieder gequält und heute ja, genau heute waren sie wieder da! In einer ruhigen Stunde, in der Badewanne bei Klassik Radio und Kerzenlicht.

In diesem Sinne: Man sollte sich immer bewusst sein, dass der Standpunkt die Perspektive bestimmt! Und Standpunkte gibt es genausoviele wie es Menschen gibt!

Wir tun mehr für Sie!

Das Banken heute immer mehr tun müssen um das Vertrauen ihrer Kunden zu wahren ist mittlerweilen bekannt. In Belgien scheint die Bankenwelt allerdings noch in Ordnung zu sein, denn hier wirbt z.B. die Firma centea mit einem recht ungewöhlichen Spot. Aber seht selbst:

In diesem Sinne – Bank: Ich koooooooommmmeeeee! =)

Manager, Saläre und die grosse Verantwortung


Money, money, money…, ursprünglich hochgeladen von ichbindas

Schon lange rauscht es im Blätterwald. Immer wieder werden astronomische Saläre und Boni bekannt und die Manager reden dann von grosser Verantwortung, die diese Zahlen rechtfertigen sollen.

Lest dazu den Artikel aus der NZZ: Marcel Ospel – Fasnacht ohne Kapitän auf der UBS-Brücke

Dass dies nur eine Ausrede ist und Saläre und Boni viel eher ein Ausdruck eines competativen Wettbewerbs im Kaderstellenmarkt und ein Beispiel an verantwortungsloser Selbstbedienungsmentalität sind, machen die neusten Geschichten um die UBS wieder ganz deutlich.

Das Managament hat mit seinen Leistungen Abschreibungen in Miliardenhöhe produziert. Wie wird nun die hohe Verantwortung wahr genommen? In dem trotzdem Boni ebenfalls in Miliardenhöhe ausgezahlt werden! Ich breche das mal auf einen ganz einfachen Nenner herunter: Das Management hat also auf der ganzen Linie versagt und trotzdem wird ihm der Arsch vergoldet.

So möchte ich auch mal ein Millionengehalt kassieren und wenn ich dann Mist baue und eigentlich die Verantwortung tragen müsste, werde ich noch mit fürstlichen Boni belohnt. Wenn Manager und Mitarbeiter derartig erzogen werden, wird der nächste Miliardenverlust bei dieser Bank nur eine Frage der Zeit sein und wenn er passiert – kein Problem, die Boni gibts ja trotzdem.

Als Mitarbeiter im Management einer sehr kleinen KMU kann ich da nur den Kopf schütteln und wundere mich einmal mehr, wie solche grossen Konzerne überhaupt funktionieren können. Es ist wohl wieder einmal den vielen tausend mässig bis schlecht bezahlten Mitarbeitern an der Basis zu verdanken, dass die UBS überhaupt noch existiert. Wenn schon, dann müssten die eigentlich diese riesigen Boni erhalten.

Liebes Management der UBS, zeig uns doch jetzt mal wie ein Management Verantwortung trägt. Ich fordere:

  • Marcel Ospel und die anderen Verantwortlichen müssen gehen
  • Keine Boni (= CHF 0.–!!!) für das Management

Nur so muss ich vielleicht das nächste Mal nicht lauthals herauslachen, wenn wieder irgend so ein Manager eines grossen Konzerns von Verantwortung spricht!

In diesem Sinne – Verantwortung tragen wir alle. Nur tragen nicht immer alle die entsprechenden Konsequenzen!

PS@Urs: Danke für den Hinweis! Hugs vom Stoeps