Die Zeit des Windes

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Sie nimmt uns gefangen. Teilt unser Leben in Geburt, Tod, Jahrzente, Jahre, Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden. Sie dient uns als
Orientierung und gleichsam macht sie uns zu Sklaven ihrer Unveränderlichkeit.

Doch Zeit ist etwas Virtuelles. Zumindest in dem Sinne, wie wir sie verstehen. Eine Achse im Raum-Zeitkontinuum. Aber manchmal, dann wenn wir uns ganz
bei uns selber wieder finden, kann sich das Zeitgefühl komplett verändern. Es scheint, als hätten plötzlich ganze Äonen Platz in einem Augenblick. Fast so wie
in einem Traum, der uns vorkommt, als würde er ewig dauern und doch schliefen wir in Wahrheit nur ein paar Stunden.

So fühle ich mich im Moment hier an diesem Platz der Erde, der schon den Lykiern vor tausenden von Jahren als göttlicher Ort erschienen sein muss.

Der Morgen wird nicht durch das Schrillen eines Weckers, sondern durch das Kikeriki des Hahnes im Park kundgetan. Die verschiedenen Tageszeiten geben
sich durch unterschiedliche Winde zu erkennen, die am Morgen ganz zart, am frühen Nachmittag eher auffrischend und gegen Abend wärmend, aus jeweils
anderen Richtungen kommend, die sonnengewärmte Haut umspielen.

Die Oberfläche des Meeres, so ruhig und manchmal etwas aufgewühlter, als Spiegel unserer suchenden Seele.

Hier wehen die Gedanken mit den Brisen über das Meer und tragen die Fragen, gleichsam mit ihren Antworten über die unendlich scheinende Weite des
Ozeans davon, zu dem Punkt wo der Himmel die blaue Linie des Horizontes küsst.

Man ist einfach. Hier. Jetzt. In der Ganzheit des Seins aufgehoben.

Nur das Kingeln der Eiswürfel im Mojito erzählt von der Realität des Alltags und holt einem ab und zu aus der meditativen Trance, in die einem das zyklische
Rauschen der Wellen entführt.

Die Zeit. Hier verliert sie ihre feste Struktur und ihre scharfen Zähne, um sich in einen zärtlich wallenden Schleier zu verwandeln, hinter den sich der Alltag mit
seiner Endlichkeit zurückzieht.

Wenigstens jetzt und hier.

Alles Scheisse ausser Mutti!

Gay Szene: Quo Vadis?

Vielleicht kommts mir ja nur so vor. Aber die gestrige White Party in Zürich war so ziemlich die schlechteste Party, die ich je besucht hatte. Die Crowd war eine Mischung aus anorektischen Spackos und steroidschwangeren Zuchtbullen, dazu ein paar gebotoxte Senioren und Wagenladungen voller Gay-Klone, die alle gleich aussehen. Wie bei Kühen müsste man sich die unterschiedlichen Tattoos merken können, um sie zu unterscheiden. Fast vergeblich suchte man nach ein paar ganz natürlich wirkenden Kerlen. Aber zum Glück gab es wenigstens ein paar wenige davon. Ein freundliches Lächeln suchte man fast vergebens.

Aber alles war over the edge, irgendwie. Die paar wenigen nüchternen Tanzteufel konnte man an einer Hand abzählen. Ansonsten waren alle zugekokst, auf Pille oder semi-komatös besoffen. Die Tanzfläche voller Leute, die nur rumstanden und quatschten oder ihren Facebookstatus aktualisierten.

Der Sound war so gar nicht meine Kragenweite. Mainstream-Charts-Shyce, stellenweise trotz internationaler möchtegern Star-DJs grottenschlecht gemixt. Die riesgie Nebelkanone erzeugte eine Feinstaubbelastung die höher war als in jedem kleinräumigen, überfüllten Fumoir. Und die Lightshow…naja, sowas hat heute jede Landdisco zu bieten.

Die Verantstalter scheinen den Hals nicht mehr voll genug zu kriegen. Der Eintrittspreis war mit fast CHF 45.– an der oberen Grenze, dafür wurden wir wie Schlachtvieh auf dem Mainfloor zusammengedrängt.

Ich bin ja sonst nicht so der rückwärtsgerichtete „Früher-war-alles-besser“-Typ. Aber ich vermisse die Tage als es das alte AERA noch gab, das Laby oder die legendären CAT-Parties!

Keine Ahnung an was es liegt! Entweder sind a) die Parties heute einfach wirklich Shyce oder b) ich werde langsam zu alt dafür!

In den Kommentaren darf ruhig gevoted werden. Ich tippe mal auf a) !

Bleibt zu hoffen, dass das Laby tatsächlich wieder aufersteht, wie gemunkelt wird!

Synchronizität

Gestern Abend passierte es wieder! Ich weiss nicht, ob ihr das auch kennt, aber mir passiert das immer wieder und jedesmal löst es bei mir eine Hühnerhaut aus. Nicht weil es mir unangenehm ist, sondern mehr aus Erstaunen über etwas, dass so schwierig zu fassen ist. Es sind diese Momente, in denen Dinge geschehen, die einen Zusammenhang haben, obwohl es für diese Zusammenhänge keine richtige Erklärung gibt. Carl Gustav Jung nannte dieses Phänomen „Synchronizität„.

Ich war zu einem Nachtessen eingeladen, an dem etwa 20  Personen teilnahmen. Die meisten davon kannte ich nur flüchtig. Das ist immer spannend! Mit wem wird man in Kontakt kommen? Mit wem gute Gespräche haben? Was wird einem so ein Abend an neuen Kontakten bringen?

Als ich mir kurz vor dem Essen draussen noch kurz eine Zigi anzündete, stand da ein junger Mann, ebenfalls am Rauchen. Ich wusste, dass er zur Gruppe gehört, hatte aber keine Ahnung wer er war. Wir kamen schnell ins Gespräch und er erzählte mir, dass er momentan in einer Therapie in einem Reha Zentrum sei um von seiner Drogensucht loszukommen. Er erzählte mir eine Geschichte, die sich fast 1:1 deckte mit der Geschichte eines mir sehr nahe stehenden jungen Mannes, den ich nächste Woche wieder treffen werde und der mir in den letzten Tagen oft durch den Kopf geht. Die Paralellen waren erstaunlich. Noch bemerkenswerter war für mich aber, dass mir dieser junge Mann just jetzt begegnete wo mir das Schicksal meines guten Freundes mit der fast identischen Geschichte so intensiv durch den Kopf ging.

Das alleine mag ja noch nicht so erstaunlich sein. Aber wir sassen dann den ganzen Abend nebeneinander an der grossen Tafel und erzählten uns gegenseitig aus unserem Leben, bis zu diesem Moment als wir das Thema „Träume“ ansprachen. Wir sahen uns beide mit riesigen Augen an, als wir herausfanden, dass wir uns beide mit luziden Träumen beschäftigten. Noch nie ist mir jemand begegnet, der überhaupt schon nur mit diesem Begriff etwas anfangen konnte. Geschweige denn jemand, der selbst Erfahrung damit hatte und das luzide Träumen aktiv praktiziert.

Ich sass da wie vom Blitz getroffen und dachte für mich: Da ist sie wieder die Synchronizität! Und wann immer sie für mich sichtbar und erlebbar wird, bedeutet dass, dass eines dieser Themen mein Leben beeinflussen wird.

Ich bin also gespannt, was da auf mich zukommen wird und wie immer bin ich bereit dafür! :)

Zwillinge – Bei der Geburt getrennt

zwillinge

Letzthin schauten wir uns mal wieder Poltergeist 2 an und plötzlich fuhr es mir eiskalt den Rücken hinunter. Diesen Reverend Henry Kane, den kannte ich doch irgendwoher. Ja gewiss, ich hatte ihn schon öfters in diesem Film gesehen, aber irgendwie war er es nicht, an wen ich mich erinnerte.

Mit einem Male wurde mir klar, welche Verbindung sich da in meinem Kopf manifestierte! Ein böser Mann, mit dunklen Ringen unter den Augen, der brave Leute mit dummem Geschwätz zu blindem Gehorsam verführte. Als seine Schäfchen merkten, dass sie betrogen wurden, war es um sie bereits geschehen.

Nicht nur dass der Paparazzi Benedetto ein identischer Zwilling sein könnte, was das Aussehen betrifft, auch sonst steht er Referend Hery Kane in nichts nach!

Manchmal sind Filme schon erschreckend prophetisch! Zum Glück sind die meisten Leute heute viel aufgeklärter und rennen nicht mehr jedem Kerl im Brokatkleidchen hinterher, sondern nutzen ihre Hirnzellen zum Denken. Und da kommt mir doch das Plakat der Freidenker höchst gelegen:

„Wahrscheinlich gibt es keinen Gott – Sorge Dich nicht und geniesse das Leben!“

Ich möchte mich mal herzlich bei Darwin und seinen naturwissenschaftlichen Freunden für die Aufklärung bedanken! Sie haben uns endlich befreit von ewiger Schuld, vererbter Sünde und der ewigen Drohung, am Ende des Lebens in der Hölle zu landen, wenn wir nicht das täten, was die Herren in den langen Röcken, sich hinter dem angeblichen Wort Gottes versteckend, von uns verlangten.

Und Du? Glaubst Du noch oder denkst Du schon? :mrgreen:

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