Was wird Chinas Zukunft bringen?

Picture by Jacob Ehnmark from Sendai, Japan

Gerade eben habe ich im TV im Kassensturz, einer Sendung vom Schweizer Fernsehen SF TV, einen Bericht über China, insbesondere zum Thema Konsumentenschutz gesehen. Dabei wurde über einen Skandal berichtet bei dem es um verschmutzte Antibiotika geht. An diesen verunreinigten Medikamenten sind 10 Personen gestorben und 1ooerte mit teilweise mit bleibenden Schäden erkrankt. Die Opfer versuchen vergeblich zu Ihrem Recht zu kommen, aber die chinesischen Gerichte verweigern einen Prozess. Kein Wunder, denn die Pharmafirmen sind ja auch in staatlicher Hand. Ich kann mir vorstellen, was für ein Frust entsteht, wenn immer mehr Chinesen ihre Rechte mit den Rechten ihrer Weltnachbarn zu vergleichen beginnen…Wie wird wohl die Regierung auf die wachsende Individualisierungfreagieren und auf die Entwicklung eines Rechtsverständnisses und wenn die Forderung nach unverweigerlicher Anwendung der Menschenrechte laut wird im eigenen Land? Wieviele Studentenrevolutionen lassen sich noch mit Panzern niederrollen? Einerseits öffnet sich China der westlichen Welt und der Zukunft, andererseits macht die chinesische Regierung die Entwicklung nicht wirklich mit. Die Systeme sind immer noch undurchschaubar und absolut zentralistisch gesteuert.

Schafft China diesen schwierigen Entwicklungsschritt? Oder bahnt sich da eine riesige soziale Revolution an? Was passiert mit der Weltwirtschaft wenn in China plötzlich die Löhne steigen und nicht mehr zu diesen unglaublich billigen Preisen produziert werden kann?

Liebe Bloggies, ich bin ja mal gespannt wie das unsere Freunde im fernen Osten hinkriegen. In der Zwischenzeit kann ich euch nur raten, informiert euch darüber, unter welchen Umständen die Produkte produziert werden, die Ihr kauft. Unterstützt Fairtrade z.B. Max Havelar. Kauft bei 3. Weltläden und schaut euch die Konzerne und Ihre Firmenpolitik mal genau an, denen ihr alljährlich tausende Goldtaler in den Rachen schiesst…

In dem Sinne – nur Verpackungsleser sorgen für eine bessere Welt!

Der Tortilla-Workshop

Tortilla Workshop @ Tom und Stoeps

Das Weekend war kulinarisch sehr abwechslungsreich, denn am Sonntagmorgen gabs bei uns zu Hause einen Tortilla Workshop! Unsere Freunde Pit und Ruben kamen gleich mit dem ganzen Equipment bei uns an. 1 Kg festkochende Kartoffeln, 2 Zwiebeln und 8 Eier. Damit machten wir also echte spanische Tortilla. Das braucht recht viel Zeit, ist aber eigentlich recht einfach.

Man wasche uns schäle die rohen Kartoffeln und schneide sie in unregelmässig grosse Stücke, ähnlich wie für Bratkartoffeln. Dann werden diese in Wasser eingelegt und mindestens zweimal gespült und wieder in neues Wasser gelegt, um die Stärke etwas aus den Kartoffeln zu kriegen.

Nun eine Bratpfanne nehmen und schön heiss machen. Darin grosszügig Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln beigeben und kurz andünsten. Danach, Kartoffeln rein und das Feuer etwas runterschalten. Nun werden die Kartoffeln langsam in viel Olivenöl gebraten, solange bis sie schön weich sind und beim beissen fast zerfallen.

Die Kartoffeln sind schon schön weich gebraten

Danach die 8 verquirlten Eier unter die Masse geben und in der Pfanne schön goldgelb braten. Zwischendurch die Masse auf eine Platte stürzen und umgedreht wieder zurück in die Pfanne, damit die Tortilla schön von beiden Seiten angebraten wird.

ei ei ei, alles muss da rein!

Fertig!

Hmmmm ist richtig lecker…nur…ich werde mal versuchen das Teil irgendwie etwas zu entfetten! Denn die Tortilla ist im Original nicht gerade etwas für die Diät… =)

Nun denn – Nachkochen macht Freude und wer weiss, vielleicht finden sich hier in den Kommentaren bald noch mehr Rezepte von Euch?

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Das Morchel-Fondue

Photocredit: umami@flickr

Mhhhhhhh! Wie ihr ja sicher wisst, essen viele Schweizer gerne heissen, flüssigen Käse. Entweder als Raclette am Stück geschmolzen oder als Fondue. Pit und Ruben, unsere Freunde mit denen wir letztes Jahr schon zwei Wochen Urlaub auf Gomera gemacht haben, besuchten uns am Weekend und ich kochte ein Fondue. Aber nicht irgendein Fondue. Nööööö! Mein ganz spezielles Morchelfondue. Eigentlich ist mein Spezialrezept geheim…aber wenn ihr nix weitersagt, verrate ich es Euch hier gerne.

Hier die Zutaten für 4 gute Esser:

250 gr. Greyerzer Käse, Surchoix oder rezent, geraffelt
250 gr. Mont Vully Käse, geraffelt
500 gr. Fribourger Vacherin geraffelt separat abgepackt
4 dl Weisswein (z.B. Fendant)
2 Schalotten
2 – 3 Zehen Knoblauch (nach Belieben)
20 gr. getrocknete Morcheln
1 EL Zitronensaft
2 EL Maizena
Vielle Prune oder Cognac
Salz
Pfeffer
Thymian

Zuerst werden die Morcheln in warmem Wasser eingelegt. Ich gebe meist noch einen Schuss Weisswein dazu. Mindestens 10 Minuten einlegen. Dann abtropfen und gut abspülen. Danach das Fondue Caquelon (spezielle Fondue-Pfanne aus Steingut) auf dem Herd erwärmen und ca. 2 EL Butter darin zergehen lassen. Dazu die gehackten Schalloten, Thymian und den Knoblauch (Gewürfelt, gescheibelt oder gepresst – wie mans mag) und die Morcheln geben. Alles kurz andünsten und mit ca. 4 dl. Weisswein ablöschen. Den Wein erwärmen und dann erst den Greierzerkäse und den Mont Vully (beide geraffelt) in kleinen Portionen dem heissen Wein beigeben, zergehen lassen und immer gut Rühren dabei! Das Rühren ist sehr wichtig, damit eine homogene Masse entsteht. Ein Schuss Zitronensaft hilft, damit sich der Käse gut mit dem Wein vermischt. Wenn der Greierzer und der Mont Vully aufgelöst sind kippe ich ein Glas mit Maisstärke(2 EL) in etwas Vielle Prune oder Cognac aufgelöst in die Masse und koche das Fondue unter ständigem Rühren noch ca. 2 Minuten weiter. Dann Caquelon vom Herd nehmen und langsam den ebenfalls geraffelten Vacherin zugeben und schmelzen lassen. Ganz am Schluss eine Messerspitze Natron dazugeben (so wird das Fondue schön leicht und cremig und ist erst noch besser zu verdauen!), würzen, umrühren, fertig! Brotwürfel dazu (z.B. Vollkornbrot, Weissbrot, Olivenbrot) und Birnenstücke. Je nach Belieben!

In diesem Sinne – En Guete! (So wünschen wir Schweizer uns guten Appetit!)

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Die Crux mit dem Wort "Schwul"

Da sassen sie also an einem runden, kleinen Tisch im Café, dass in einem Kiosk untergebracht war. Zwei Jungs, ungefähr so zwischen 14 und 16 Jahre alt. Ihr Look: Abenteuerlich metrosexuell. T-Shirt mit Strassstein-Motiv, Cap mit Glitter- und Glimmer-Aufdruck, die Gürtelschnalle grösser als die supranasale Zone und Haare so gegeelt das ich befürchtete, die Glitzercaps seien nie mehr abnehmbar, es sei denn die Haare gingen gleich mit.

Zufälligerweise schnappte ich ein paar Gesprächsfetzen auf: „Die Deborah ist voll schwul!“. Der andere grinste verschwörerisch und meinte nur „mega!“. Ich zog meinen Geldbeutel aus der Tasche und bezahlte meine zwei Schachteln Zigaretten. „Der Huber hat gestern ne mega schwule Matheprüfung gemacht. Ohne Ankündigung!“ motzte nun der andere, worauf der erste auch wieder nur meinte „voll schwul!“. Ich grüsste den Kassierer und steckte meine Zigaretten in die Tasche und blätterte mich noch durch das Zeitschriftenangebot. Als ich wieder zum Ausgang zurück kam, sassen die beiden Jungs noch immer dort und gerade erhaschte ich die Aussage „Echt? Das ist nun aber krass schwul!“

Ich konnte mir ein Grinsen nicht verklemmen und baute mich vor den Beiden auf und sagte ganz cool: „Jungs, echt! Ich kenn mich mit schwul aus! Ich bin es nämlich selbst! Und ich kann euch sagen, das einzige was im Umkreis von 100 km ausser mir wirklich schwul ist, ist euer Style! Ihr seht ja noch viel schwuler aus als die Transe mit der ich gestern noch Champagner zum Frühstück getrunken habe!“ Damit liess ich sie dann stehen.

Ich gebe zu, ich wohne auf dem Land in der tiefen Provinz und natürlich gibts hier weit und breit keine Transe mit der man Champagner zum Frühstück trinken könnte, aber ich wollte die beiden einfach so richtig auflaufen lassen. Und ich glaub es gelang mir =) Beide sassen mit offenem Mund da, die Zigarette des Einen senkte sich langsam zwischen Zeige- und Mittelfinger in Richtung Öffnung seiner Red Bull Dose und entledigte sich sogleich ihrer Asche…plop – zischhhhh.

Ich ging raus, blinzelte in die Sonne und grinste fröhlich vor mich hin!

Tja, liebe Bloggies – was lernen wir daraus? Nichts! Aber vielleicht denken wir alle mal wieder darüber nach, wie wir eigentlich miteinander kommunizieren und horchen mal wieder ein bisschen genauer hin. Unsere Sprache verrät viel über uns selbst!

In diesem Sinne – Mit dem Herzen hört man besser!

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